PCtipp zockt VR: Diese Spiele lohnen sich

Mit dem Markteintritt von HTC Vive, Oculus Rift und PlayStation VR hat sich in diesem Jahr einiges getan. Steht VR nun vor dem Durchbruch? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle VR-Plattformen bei ihrem Markteintritt überraschend positive Bewertungen einheimsen konnten. Bei den Spielen stellen wir unterschiedliche Stärken und Schwächen fest. Wir blicken zurück und wagen eine Einschätzung für das nächste Jahr. Einerseits wollen wir kurz auf die Stärken und Schwächen der einzelnen VR-Systeme eingehen, andererseits präsentieren wir Ihnen in der Bilderstrecke (rechts oben) unsere Lieblingsspiele des Jahres.

HTC Vive

Im April bekamen die ersten VR-Enthusiasten ihre Cyberbrille von HTC geliefert (Testbericht). Nach der aufwendigen Installation und Positionierung der beiden Laser-Tracking-Einheiten liefert HTCs Vive aber das bisher eindrücklichste und akkurateste VR-Erlebnis. Ohne eine Mindestspielfläche von zwei auf zweieinhalb Metern macht das Spielen im Raum aber nur halb so viel Spass. Man spielt meistens im Stehen, während kleine Fotosensoren am Headset und an den Controllern von den Laser-Basisstationen bestrahlt werden.

Ausblick: Mit Games wie «Arizona Sunshine» oder «The Gallery» merkt man: Sowohl Indie-Programmierer als auch professionellere Studios können schon gut mit der komplexen Entwicklungsumgebung umgehen. Obwohl es mittlerweile einige Hundert Early-Access-Spiele auf Steam gibt, geht es langsam vorwärts. Geplante Umsetzungen von Krachern wie «Skyrim», «Doom 4» und «Fallout 4» lassen uns schon einmal freudig in die Zukunft blicken. Fehlt aber noch das Zünglein an der Waage: Auf mehr Exklusiv-Inhalte mit Vives Roomscaling-Technik würden wir uns noch mehr freuen.

Die VR-Brillen sind bis jetzt auf dem Markt besser angekommen, als ursprünglich erwartet, aber es gibt noch viel Potenzial; HTC Vive, Oculus Rift, PlayStation VR und Samsung Gear VR (v.l.n.r.) Die VR-Brillen sind bis jetzt auf dem Markt besser angekommen, als ursprünglich erwartet, aber es gibt noch viel Potenzial; HTC Vive, Oculus Rift, PlayStation VR und Samsung Gear VR (v.l.n.r.) Zoom© pd / PCtipp

Oculus Rift

Die weniger Platz beanspruchende Oculus Rift, bei der man meist sitzend oder stehend spielt, ist einiges leichter, jedoch für Brillenträger (je nach Kopf und Brille) ein wenig eng. Dafür gibt es zum Glück Hilfsmittel wie Kontaktlinsen oder korrigierende Einschubgläser von Drittanbietern. Preislich kostet das Produkt der Facebook-Tochter nicht unbedingt weniger als HTCs Version, wenn man die neuen Touch-Controller dazurechnet. Diese wussten im Test unserer Kollegen von Games.ch zu überzeugen, wobei es einige Spiele schon länger auf anderen Plattformen gibt. Trotzdem hat der Oculus Store mehr «vollwertige» VR-Spiele als Steam VR zu bieten, die für mehrere Stunden Spielspass sorgen.

Ausblick: Die Oculus-Plattform hat sowohl für Samsungs Gear VR als auch für den PC schon einige sehr gute Spiele im Angebot, die für längeren Spielspass sorgen (siehe Bilderstrecke oben). Das vollständige 360-Grad-Erlebnis mit der Bewegung im Raum ist nun auch mit der Touch-Steuerung zum Greifen nahe. Wir freuen uns aber vor allem auf eines: auf noch mehr Spiele!

PlayStation VR

Das erste Konsolen-VR-System für die Masse ist erfolgreich durchgestartet (Testbericht). Alles, was man nebst PS4-Konsole zur Einrichtung noch braucht, ist eine PlayStation-4-Kamera und idealerweise die beiden Move-Controller. Besonders beeindruckt der Tragekomfort des leichten VR-Helms und der scharfe Fokus bei Schriften und Objekten aus der Nähe. Dafür lässt sich hier der Augenabstand nicht einstellen, was auf einem Auge zu leichten Unschärfen führen kann.

Ausblick: PSVR bietet nicht ganz die Hardware-Power der Oculus- und Vive-Plattform und verhält sich auch bei der Bewegungsverfolgung nicht ganz so präzis. Bis jetzt sind wir aber mehr als positiv überrascht von den ersten Inhalten.

Fazit

Noch immer steckt VR in den Kinderschuhen und ist mit vielen Kabeln behaftet. Die Spiele gewinnen aber so langsam an Schwung. Wir finden bei der HTC Vive das Eintaucherlebnis im Raum und mit den Hand-Controllern am eindrücklichsten. Oculus und Sony haben dagegen mehr ausgereifte Spiele im Angebot.

Kauftipps: Zum Abschluss ein paar wichtige Tipps, wenn Sie mit einer der neuen VR-Gaming-Brillen liebäugeln. Bei der aktuell teuersten VR-Brille HTC Vive (899 Franken) ist eine freie Bewegungsfläche von 1,5 × 2 Metern erforderlich (besser mehr). Bei Sonys PlayStation VR (499 Franken) sollten Sie nicht weiter als 3 Meter vom Fernseher entfernt sitzen. Für die High-End-Brillen Oculus Rift (799 Franken) und HTC Vive ist zudem ein schneller Gaming-PC mit einem Vierkern-Core-i5-Prozessor von Intel und einer Grafikkarte des Typs Nvidia Geforce GTX 970 Pflicht.

 

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Test: Oculus Touch

Objekte greifen, Schalter hineindrücken, anderen zuwinken – viele VR-Spiele können ihr volles Potenzial erst dann entfalten, wenn der Spieler über virtuelle Hände verfügt. Mit den Fr. 213.– teuren, seit dem 6. Dezember 2016 verfügbaren Oculus Touch Controllern erhalten Sie letztendlich genau das: Zwei kabellose, sehr ergonomisch geformte Eingabegeräte, die in vielen Oculus-Rift-Spielen zwei virtuelle Hände repräsentieren.

Die neuen Oculus Touch Controller Die neuen Oculus Touch Controller Zoom© pd

Das Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu konkurrierender Technik wie den Steam VR Controllern der Vive oder den Move Controllern für PlayStation VR: Das System kann mithilfe eingebauter Näherungssensoren erkennen, ob Sie den Daumen anwinkeln, den Zeigefinger ausstrecken oder mit den verbleibenden drei Fingern zugreifen oder nicht. Hinzu kommen zwei sehr präzise arbeitende Mini-Analogsticks, diverse Vibrationsmodi, eine Vielzahl clever platzierter Aktionstasten, zwei leicht verstellbare Handschlaufen sowie ein Gewicht von gerade einmal 160 Gramm pro Controller (Steam VR Controller: 200 Gramm).

Doch auch andere Faktoren wissen zu überzeugen. Los gehts mit einem klar strukturierten Installationsprozess. Anhand von Texten, Animationen und kleinen Videoclips wird hier schnell und anschaulich erklärt, wie Sie die mitgelieferten AA-Batterien einlegen, wo Sie den zusätzlichen, im Lieferumfang enthaltenen Sensor am besten platzieren und wie man das sogenannte Guardian System konfiguriert. Letzteres funktioniert ganz ähnlich wie das Chaperone System der HTC Vive und blendet immer dann virtuelle Barrieren ins Sichtfeld ein, wenn Sie einen zuvor festgelegten Spielbereich verlassen – je nach verfügbarem Platz eine Fläche von 2 x 2 Metern.

Pluspunkte von Oculus Touch: leicht, handlich und gut verarbeitet Pluspunkte von Oculus Touch: leicht, handlich und gut verarbeitet Zoom© pd

Endlich Roomscaling

Alles erfolgreich eingerichtet, dürfen Sie sich dann direkt mit «Oculus First Contact» austoben – eine sehr liebevoll gemachte, interaktive Demo mit einem kleinen Roboter in der Hauptrolle. Er bringt Ihnen auf spielerische Art und Weise die zahlreichen Möglichkeiten der Controller näher. Gespielt wird hier – wie bei so vielen Oculus-Touch-Titeln – im Stehen. Zahlreiche der über 70 bereits erhältliche Touch-Spiele können Sie aber auch ganz entspannt im Sitzen erleben.

Spannend: Stellt man die beiden Sensoren diagonal zueinander im Raum auf – was in der Regel ein USB-Verlängerungskabel erfordert – ist bei einigen Games experimentelles 360-Grad-Roomscaling möglich. Heisst: Sie können sich dann auf einer recht überschaubaren Fläche von 1,5 x 1,5 Metern frei bewegen. Echte VR-Enthusiasten dürfen zudem einen dritten Sensor für Fr. 95.– nachrüsten, wodurch sich die Grösse des Spielfelds auf 2,5 x 2,5 Meter erweitert und die Präzision nochmals verbessert wird. Einziges Manko bei diesem Setup: Das leider nur 3,8 Meter lange Kabel vom Rift-Headset zum Rechner. Zum Vergleich: Bei der Vive misst dieses 5 Meter.

Mehr Infos zu den derzeit verfügbaren Touch-Spielen gefällig? Dann einfach umblättern. Hier haben wir die sechs interessantesten Starttitel für Sie zusammengestellt.

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Die besten Smartwatches

Was macht eine kluge Uhr aus? Was hat sich in diesem Jahr getan? PCtipp hat die besten Modelle getestet. Ausserdem werfen wir einen Blick in die Zukunft.

Bildergalerie Die besten Smartwatches Die besten Smartwatches 5 Fotos Zoom

GPS und Mobilfunk wird man in Zukunft wohl in zunehmend mehr Smartwatches antreffen. Voraussetzung dafür war die Entwicklung entsprechend kleiner und Strom sparender Chips. Dennoch bleibt die Akkulaufzeit weiterhin eine Knacknuss der Smartwatches. Auch der Trend hin zu mehr Bedienungsoptionen für MusikStreaming-Apps wie Spotify ist erkennbar. Es würde nicht überraschen, wenn sogar die Smart-Home-Steuerung über die Smartwatch zusehends an Bedeutung gewinnt. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass Smartwatches weniger gut als erwartet laufen. Deshalb legen viele grosse Android-Wear-Hersteller eine Smartwatch-Pause ein. Denn der Verkauf bleibt weiterhin eine grosse Herausforderung. Vor allem Samsung und Apple haben diesen Herbst eine Neuauflage ihrer Top-Uhren herausgebracht. Wie es scheint, wollen dagegen grosse Hersteller wie LG, Lenovo und Huawei im Moment vor allem ihre Zielgruppe beobachten und deren Anforderungen neu bewerten, bevor sie eine weitere Smartwatch lancieren.

Was ist eine Smartwatch?

Wer sich noch an die Zeiten der Casio-Uhren erinnert: Mit der Zeit konnten Uhren immer mehr andere Funktionen ausüben, wie z.B. Zeit stoppen oder per IR-Sender den Fernseher steuern. Heute hat ein Smartphone doppelt so viel Rechenleistung wie Prozessoren in Satelliten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Kleinstcomputer auch fürs Handgelenk serienreif wurden. Eine Smartwatch verfügt heutzutage über ein eigenes Betriebssystem und kann selber kleine Apps ausführen, steht aber in der Regel immer via Bluetooth in Verbindung zum Smartphone.
Smartwatches werden edler (Bild: Huawei Watch) Smartwatches werden edler (Bild: Huawei Watch) Zoom

Braucht man überhaupt eine Smartwatch?

Dank einer schlauen Uhr entfällt ein regelmässiger Blick aufs Handy, weil die Benachrichtigungen dort ebenfalls eintrudeln. Ausserdem praktisch: Auf einer Computeruhr findet man meistens zahlreiche Ziffernblätter (Watch Faces) vor, die man bei Langeweile beliebig wechseln kann. Auch beim Autofahren gibt es Vorteile: Klingelt das Telefon, muss man ohne Freisprecheinrichtung nicht erst umständlich zum Handy greifen. Wichtig zu wissen: Der Funktionsumfang einer Computeruhr variiert abhängig von den verbauten Sensoren. Treibt man gerne Sport, ist ein Pulsmesser praktisch. Geht man gerne wandern, kann sich ein Barometer als vorteilhaft erweisen. Die Sprachsteuerung ist leider allgemein noch nicht so ausgereift. Einfacher Grund: Die Mikrofone sind noch zu klein und zu wenig gut.

Welches Smartphone brauche ich?

Haben Sie mindestens Android 4.4? Dann finden Sie derzeit die grösste Auswahl an Smartwatches vor. Diese Uhren funktionieren über die Android-Wear-Schaltzentrale. Samsung setzt bei der Gear S3 ebenfalls Android ab Version 4.4 voraus. Wenn Sie ein iPhone haben und dieses nicht so schnell beiseitelegen möchten, ist die Apple Watch ganz klar die bessere Wahl.

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen unsere Smartwatch-Favoriten.

 

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Gear S3 im Test: Samsungs beste Smartwatch

Der Smartwatch-Markt ist im Moment angespannt. Glaubt man den Analysten, hat im dritten Quartal nur Apple mit knapp der Hälfte des Marktanteils seine Spitzenposition halten können. Auch Samsung hat es da mit Konkurrenten wie Garmin und Fitbit nicht leicht, während Pebble gerade von Fitbit aufgekauft wird. Das erklärt vielleicht auch, weshalb LG, Huawei & Co. im Moment eine Smartwatch-Pause einlegen und den Markt beobachten. Was kann da Samsung mit seiner neuen «Gear S3»-Smartwatch noch entgegenhalten? Etwa mehr Fitnessfunktionen? Mit der Gear S2 haben die Südkoreaner jedenfalls sehr vieles richtig gemacht. Wir erinnern uns gerne an den filigran verarbeiteten Drehring als zusätzliches Bedienelement, den genauen Pulsmesser und an das gut ausgeleuchtete Display, um nur einige der Top-Eigenschaften des Vorgängers zu nennen. Auf seinem hauseigenen Tizen-Betriebssystem baut der Hersteller weiter auf. Der Vorteil: Samsung kann beliebig neue Funktionen einführen und auf Bedienungselemente wie den präzisen Lünettendrehring setzen. Welche Funktionen sich damit ermöglichen, haben wir Ihnen in der Bilderstrecke (oben rechts) zusammengefasst.

Die Samsung Gear S3 besticht mit dem lichtdurchlässigen Super-Amoled-Display Die Samsung Gear S3 besticht mit dem lichtdurchlässigen Super-Amoled-Display Zoom© sgr / PCtipp

Mechanische Präzision

Die Gear S3, die es in zwei Versionen (Classic und Frontier) ab 450 Franken gibt, ist deutlich grösser als der Vorgänger. Die Outdoor-Version (Frontier), die wir ausprobieren durften, wirkt mit ihrem markigen Gehäuse fast so wuchtig wie eine Tag Heuer Connected. Im direkten Vergleich mit einer schlanken Huawei Watch Classic, empfinden wir das Frontier-Modell aber dann doch nicht so klobig. Beide Uhren sind ungefähr gleich schwer (ca. 63 Gramm) und gross. Für Frauen mit schmalen Handgelenken wohl ein wenig zu gross. Ob Samsung noch eine kleinere Version nachreicht, ist schwierig einzuschätzen, weil viele Verbesserungen durchaus mit dem Grössenvorsprung zusammenfallen. So wurde vor allem der Drehring mechanisch verfeinert. Der flinke Drehschalter ist jetzt noch besser im Edelstahlgehäuse verankert.

Das Standardmodell der neuen Samsung-Uhr lautet auf die Bezeichnung «Gear S3 Classic» Das Standardmodell der neuen Samsung-Uhr lautet auf die Bezeichnung «Gear S3 Classic» Zoom© Samsung

Schweizer Uhren-Ideen

Analoguhren-Fans werden bei diesem Sound zweimal hinhören: Das kaum hörbare Klicken beim Drehen vermittelt die Dezenz einer echten mechanischen Uhr. Da erstaunt es fast, wenn Samsung in der Medienmitteilung schreibt, man habe sich von Uhrenmachern «der ganzen Welt» inspirieren lassen. Das Schweizer «Watch Valley» dürfte einen genauso entscheidenden Einfluss auf die Konzeption gehabt haben. Bekannt ist etwa, dass der Schweizer Hublot-Uhrendesigner Yvan Arpa bei der Entwicklung der neuen Gear-S3-Modelle mitgeholfen hat. Das Standard-Silikon-Armband passt optisch zur Frontier-Fassung. Wer häufig nach Lust und Laune Armbänder wechselt, wird sich am etwas fummeligen Einfädeln der zwei Metallstiftchen stören. Bei der Apple Watch klappt das fast wie auf Knopfdruck.

Der Super-Amoled-Bildschirm der Gear S3 erwies sich als sehr blickwinkelstark Der Super-Amoled-Bildschirm der Gear S3 erwies sich als sehr blickwinkelstark Zoom© sgr / PCtipp

Drehen, reden und wischen

Der Drehring dient weiterhin zur Aufnahme beliebter Widgets wie des Pulsmessers oder Kalenders. Gleichzeitig fungiert die Lünette wieder als Rotationsschalter für die zirkular angeordneten App-Symbole aller Anwendungen, die man rechts unten über die Haupttaste aufruft. Ebenso möglich ist damit das schnelle Aufrufen eingetrudelter Benachrichtigungen. Ein Alleinstellungsmerkmal: Die beiden robusten Tasten an der rechten Seite sind sehr präzise ins Gehäuse eingearbeitet und lottern an keiner Stelle. Bleibt höchstens noch die Frage, ob es wirklich zwei seitliche Bedientasten braucht. Während die untere Taste bei längerem Gedrückthalten die Ausschaltoption oder bei Doppelklick die Samsung-Assistentin S Voice hervorbringt, fungiert der obere Knopf nur als Zurücktaste.

Altbekanntes: Mit einem Knopf gelangt man immer zur Hauptauswahl der wichtigsten Apps Altbekanntes: Mit einem Knopf gelangt man immer zur Hauptauswahl der wichtigsten Apps Zoom© sgr / PCtipp

Zu viele Tasten?

Aber wozu die Zurücktaste? Man gelangt auch mit einer simplen Wischgeste von oben nach unten zum Hauptbildschirm zurück. Zwar ist diese Kritik auf hohem Niveau, hat doch beispielsweise LG die zwei Knöpfe seiner LTE-Uhr Urbane 2nd Edition mit nur zwei Anwendungen belegt und mangels Android-Wear-Optionen gar nichts aus den erweiterten Bedienfunktionen herausholen können. Was wir an den seitlichen Tasten dennoch sehr lobenswert finden: Sie sind so angeordnet, dass man mit der oberen Handfläche wirklich nie damit in Berührung kommt. Die Samsung-Gehilfin, die Sprachbefehle entgegennimmt, kann man übrigens auch mit den Worten «Hey Gear» jederzeit herbeikommandieren, statt zweimal den Knopf zu drücken. Sie macht Fortschritte, plaudert aber nach wie vor nur in Englisch. Wir waren problemlos in der Lage, kurz jemanden aus dem Adressbuch per Sprachbefehl anzurufen.

Auch die seitlichen Bedienknöpfe der Gear S3 sind sehr robust verarbeitet Auch die seitlichen Bedienknöpfe der Gear S3 sind sehr robust verarbeitet Zoom© sgr / PCtipp

Ein Manko gibt es bei der soliden Verarbeitung trotzdem: Die Gear S3 ist nicht zum Schwimmen geeignet. Zwar erfüllt das Gehäuse den IP68-Schutz für eine Tauchtiefe von 1,5 Metern während 30 Minuten. Bei Seifen- und Salzwasser ist aber zu besonderer Vorsicht geraten.

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Was Sie über Bluetooth 5 wissen sollten

Ab sofort ist mit «Bluetooth 5» die neue Kernspezifikation für Bluetooth verfügbar. Das hat die Bluetooth Special Interest Group (SIG) diese Woche bekannt gegeben.

Die Spezifikationen zu Bluetooth 5 wurden im Juni verabschiedet. Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) macht den Standard nun offiziell verfügbar. Das heisst: Gerätehersteller können ab sofort ihre Hardware auf den Markt bringen. Der neue Standard soll die maximale Geschwindigkeit zwischen Sender und Empfänger verdoppeln. Zugleich vervierfacht die verbesserte Funktechnik die Reichweite von Low-Energy-Verbindungen. Statt bisher nur 100 Meter ist nun eine Reichweite von bis zu 400 Metern möglich. Darauf freuen dürften sich nicht nur Musikhörer mit drahtlosen Lautsprechern. Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) erhofft sich vor allem eine grössere Unabhängigkeit von Geräten und Apps, da je länger je mehr «komplexere Datenmengen» übertragen werden. Analysten von ABI Research gehen gemäss der Medienmitteilung der Bluetooth SIG davon aus, dass bis zum Jahr 2021 gegen 48 Milliarden internetfähige Geräte installiert seien, von denen fast ein Drittel auf Bluetooth basieren. 

Bluetooth 5 steht für das Internet der Dinge

Potenzial sieht die SIG besonders in grossen Gebäuden wie Wohnhäusern und Aussenbereichen. Eine Sonderrolle ist den sogenannten Bluetooth-Beacons beschieden. Zahlreiche Funksender können sich in Zukunft mit smarten Geräten verbinden, ohne dass diese ständig gekoppelt werden müssen. Damit wird langfristig mehr Interaktion von Geräten im Raum möglich. Als typische Beispiele nennt SIG die Überwachung von Gepäcksstücken an Flughäfen oder dank Einbindung von Navigationsdiensten eine bessere Unterstützung von Sehbehinderten, um ortsbasierte Informationen vorlesen zu können. Möglich wird das durch die Verachtfachung der Datenpacket-Übertragung. In der Stadt der Zukunft werden nach Schätzungen von Analysten wesentlich mehr Beacons (Low-Energy-Sender) zum standortbasierten Datenabgleich oder zur Navigation genutzt werden. 

Die Hauptvorteile von Bluetooth 5

  • Verdopplung der Übertragungsgeschwindigkeit
  • 800 Prozent mehr Kapazität bei einzelnen Sendepaketen
  • Vervierfachung der Reichweite
  • Verbesserte Übertragungs- und Komprimierungsverfahren

Von Bedeutung sind diese Vorteile auch bei Szenarios wie Wearables (wie Fitness-Armbänder), bei denen häufig in regelmässigen Abständen kleine Datenmengen verschickt werden. Welche Reichweiten mit Bluetooth 5 möglich sind, hängt letzten Endes von den Chipfertigern ab. Im Audiobereich wird sich nichts Wesentliches ändern, zumal bereits mit dem aptX-Codec sehr hohe Qualität erreicht wird.

Erste Hardware wohl ab 2017

Wie schnell Bluetooth 5 erste Hardware-Gehversuche macht, bleibt noch abzuwarten. Mit ersten Geräten ist aber auf Anfang 2017 zu rechnen. Ein Software-Update für Bluetooth 5 wird es nicht geben, jedoch wird der Standard auch weiterhin abwärtskompatibel bleiben. Man wird auch mit einem Bluetooth-5-fähigen Smartphone über ältere Bluetooth-4-Lautsprecher Musik abspielen können. Um alle Vorteile von Bluetooth 5 nutzen zu können, werden aber neue Geräte erforderlich sein.

 

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