Test: Apple AirPods

Zahnbürsten, Golfschläger, Mini-Föns – kein Vergleich scheint im Web zu absurd, um die Form der AirPods zu beschreiben. Dabei sehen sie fast genauso aus, wie die gestandenen EarPods, einfach ohne Kabel. Doch das ist nicht der einzige Unterschied. Die AirPods haben es – pardon – faustdick hinter den Ohren.

Apple AirPods mit Ladeschale Apple AirPods mit Ladeschale Zoom© ze / PCtipp

Der Tragekomfort ist erfreulich hoch: Einmal eingesetzt, könnte ich die kleinen Stöpsel stundenlang drin behalten. Ob das auf Ihre Ohren ebenfalls zutrifft, prüfen Sie am besten mit den kabelgebundenen EarPods der iPhones: Deren Form ist zwar nicht völlig identisch, aber sehr nahe dran.

Die oft geäusserten Bedenken, dass die AirPods versehentlich aus den Ohren fallen, sind unbegründet: Sie sitzen wie angegossen – auch bei schnellen Bewegungen, beim Laufen oder beim Bücken. Selbst beim Headbangen werden Sie das Bewusstsein noch vor den AirPods verlieren. Doch bereits die kabelgebundenen EarPods sind mir nur dann aus den Ohren gerutscht, wenn das Kabel irgendwo an der Kleidung hängenblieb – und diese Gefahr ist nun gebannt.

Ladeschale und Akku-Laufzeit

Die AirPods werden in einer schmucken Ladeschale geliefert und durch Magnete gegen versehentliches Herausfallen gesichert. Diese Schale dient jedoch nicht nur dem Transport und der Aufladung, sondern verfügt ihrerseits über einen Akku. Dieser gibt seinen Energievorrat an die AirPods ab, sobald sie verstaut werden.

Die Ladeschale verfolgt mehrere Absichten Die Ladeschale verfolgt mehrere Absichten Zoom© ze / PCtipp

Laufzeit, Versuch 1. In unserem Test zeigte der Akku nach fast vier Stunden eine Restladung von ca. 30 Prozent. Danach lagen die AirPods über Nacht offen auf dem Tisch, was die Ladung auf etwa 5 Prozent drückte. Es spielt also eine Rolle, wo die Stöpsel aufbewahrt werden, auch wenn sie nicht benutzt werden.

Laufzeit, Versuch 2. Im zweiten Anlauf und Non-Stop-Test hielten die AirPods rund 4:45 Stunden, bis sie zurück in die Schale mussten. Wenn sie dort aufgetankt werden, beträgt die Gesamtlaufzeit laut Apple etwa 24 Stunden, was mit unseren Messungen ziemlich gut übereinstimmt.

Ladeanzeige, in diesem Fall als Widget Ladeanzeige, in diesem Fall als Widget Zoom© Screenshot / PCtipp

Koppelung: fantastisch unspektakulär

Die AirPods verbinden sich via Bluetooth mit dem Endgerät. Das weckt die Erinnerung an hässliche Prozeduren, wie: «Halten Sie die Taste X solange gedrückt, bis die LED rotblau blinkt. Das Gerät befindet sich nun im Koppelungsmodus. Öffnen Sie innerhalb von 30 Sekunden die Systemsteuerung …». Und so weiter.

Spielen die AirPods bei der Koppelung in einer anderen Liga? Nein. Sie spielen ja noch nicht einmal dasselbe Spiel.

Stattdessen wird die brandneue Ladeschale nach dem Auspacken geöffnet, in die Nähe des iPhones gebracht und mit einem Tippen gekoppelt. Das dauert ungefähr solange, wie Sie benötigen, um den letzten Satz laut vorzulesen.

Also ein wenig «magisch» ist das schon Also ein wenig «magisch» ist das schon Zoom© ze / PCtipp

Einfacher geht es nicht? Doch, geht es. Denn die Informationen zur Koppelung werden automatisch an die Apple-ID geheftet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Sicherheitsmassnahme wie bei den iOS-Geräten; stattdessen können die AirPods jederzeit mit einer anderen Apple-ID verknüpft werden.

Geraten die AirPods in die Reichweite eines Macs, eines iPads oder einer Apple Watch mit derselben Apple-ID, stellen sie sofort eine Verbindung bereit, etwa hier am Mac:

Am Mac funktionieren die AirPods genauso einfach Am Mac funktionieren die AirPods genauso einfach Zoom

Um später wieder eine Verbindung zum iPhone auf zum iPad herzustellen, werden die AirPods einfach am jeweiligen Gerät angewählt und sogleich gekapert. Kurz, das erbärmliche Bluetooth-Protokoll hat seinen Schrecken verloren – zumindest in der Apple-Welt.

Kopfhörer denkt mit

All diese sehr speziellen Eigenschaften werden möglich, weil die AirPods durch Apples selbst entwickelten W1-Chip angetrieben werden.

Automatische Pausen

Wenn Sie mit beiden AirPods die Wiedergabe beginnen und einen der beiden Kopfhörer abnehmen, stoppt die Wiedergabe solange, bis Sie den Stöpsel wieder ins Ohr stecken. Das gilt natürlich für Apples Musik-App, aber auch für andere Apps wie Spotify, Spiele und sogar für YouTube-Videos, deren Wiedergabe in Bild und Ton pausiert wird.

Spotify (hier im Bild), Apple Music, YouTube … die AirPorts haben alle Dienste und Apps lieb Spotify (hier im Bild), Apple Music, YouTube … die AirPorts haben alle Dienste und Apps lieb Zoom© Screenshot / PCtipp

Raffiniertes Detail: Wenn Sie die Audio-Wiedergabe mit beiden AirPods starten, hören Sie den Ton in Stereo. Starten Sie die Wiedergabe hingegen nur mit einem AirPod im Ohr, werden die Stereokanäle automatisch für die Mono-Wiedergabe gebündelt.

Die Mikrofone

Beide AirPods sind mit Mikrofonen bestückt, sodass es keine Rolle spielt, welches Teil Sie sich für ein Telefongespräch ins Ohr stecken. Zusätzliche Mikrofone erfassen und filtern die Umgebungsgeräusche bei Telefongesprächen oder Videochats. Die Resultate überzeugen: Alle Angerufenen attestierten dem Gespräch eine sehr gute Klangqualität.

Beide AirPods sind mit allen Mikrofonen, Chips und Sensoren ausgestattet Beide AirPods sind mit allen Mikrofonen, Chips und Sensoren ausgestattet Zoom© ze / PCtipp

Dieser akustische Filter sorgt allerdings «nur» dafür, dass es die Umgebungsgeräusche nicht bis ans andere Ende der Leitung schaffen. Das Verfahren hat nichts mit den geräuschunterdrückenden Kopfhörern gemein, die durch Gegenschall eine künstliche Stille erzeugen.

In den Bluetooth-Einstellungen am iPhone wird ausserdem definiert, bei welchem AirPod das Mikrofon aktiviert ist: links, rechts oder automatisch. In den meisten Fällen dürfte «automatisch» die beste Wahl sein, weil es dann keine Rolle spielt, welchen AirPod Sie einzeln verwenden. Doch wer sich für links oder rechts entscheidet, kann den zweiten Pod seinem Partner ins Ohr drücken, um ihn ein Telefongespräch mithören zu lassen – allerdings ohne seine Beteiligung am Gespräch. Eine praktische Sache, und ausserdem haben die meisten Menschen sowieso ein «Lieblings-Ohr», mit dem sie bevorzugt telefonieren.

Die AirPods kommen mit ihren eigenen Bluetooth-Einstellungen Die AirPods kommen mit ihren eigenen Bluetooth-Einstellungen Zoom© Screenshot / PCtipp

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Test: Oculus Touch

Objekte greifen, Schalter hineindrücken, anderen zuwinken – viele VR-Spiele können ihr volles Potenzial erst dann entfalten, wenn der Spieler über virtuelle Hände verfügt. Mit den Fr. 213.– teuren, seit dem 6. Dezember 2016 verfügbaren Oculus Touch Controllern erhalten Sie letztendlich genau das: Zwei kabellose, sehr ergonomisch geformte Eingabegeräte, die in vielen Oculus-Rift-Spielen zwei virtuelle Hände repräsentieren.

Die neuen Oculus Touch Controller Die neuen Oculus Touch Controller Zoom© pd

Das Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu konkurrierender Technik wie den Steam VR Controllern der Vive oder den Move Controllern für PlayStation VR: Das System kann mithilfe eingebauter Näherungssensoren erkennen, ob Sie den Daumen anwinkeln, den Zeigefinger ausstrecken oder mit den verbleibenden drei Fingern zugreifen oder nicht. Hinzu kommen zwei sehr präzise arbeitende Mini-Analogsticks, diverse Vibrationsmodi, eine Vielzahl clever platzierter Aktionstasten, zwei leicht verstellbare Handschlaufen sowie ein Gewicht von gerade einmal 160 Gramm pro Controller (Steam VR Controller: 200 Gramm).

Doch auch andere Faktoren wissen zu überzeugen. Los gehts mit einem klar strukturierten Installationsprozess. Anhand von Texten, Animationen und kleinen Videoclips wird hier schnell und anschaulich erklärt, wie Sie die mitgelieferten AA-Batterien einlegen, wo Sie den zusätzlichen, im Lieferumfang enthaltenen Sensor am besten platzieren und wie man das sogenannte Guardian System konfiguriert. Letzteres funktioniert ganz ähnlich wie das Chaperone System der HTC Vive und blendet immer dann virtuelle Barrieren ins Sichtfeld ein, wenn Sie einen zuvor festgelegten Spielbereich verlassen – je nach verfügbarem Platz eine Fläche von 2 x 2 Metern.

Pluspunkte von Oculus Touch: leicht, handlich und gut verarbeitet Pluspunkte von Oculus Touch: leicht, handlich und gut verarbeitet Zoom© pd

Endlich Roomscaling

Alles erfolgreich eingerichtet, dürfen Sie sich dann direkt mit «Oculus First Contact» austoben – eine sehr liebevoll gemachte, interaktive Demo mit einem kleinen Roboter in der Hauptrolle. Er bringt Ihnen auf spielerische Art und Weise die zahlreichen Möglichkeiten der Controller näher. Gespielt wird hier – wie bei so vielen Oculus-Touch-Titeln – im Stehen. Zahlreiche der über 70 bereits erhältliche Touch-Spiele können Sie aber auch ganz entspannt im Sitzen erleben.

Spannend: Stellt man die beiden Sensoren diagonal zueinander im Raum auf – was in der Regel ein USB-Verlängerungskabel erfordert – ist bei einigen Games experimentelles 360-Grad-Roomscaling möglich. Heisst: Sie können sich dann auf einer recht überschaubaren Fläche von 1,5 x 1,5 Metern frei bewegen. Echte VR-Enthusiasten dürfen zudem einen dritten Sensor für Fr. 95.– nachrüsten, wodurch sich die Grösse des Spielfelds auf 2,5 x 2,5 Meter erweitert und die Präzision nochmals verbessert wird. Einziges Manko bei diesem Setup: Das leider nur 3,8 Meter lange Kabel vom Rift-Headset zum Rechner. Zum Vergleich: Bei der Vive misst dieses 5 Meter.

Mehr Infos zu den derzeit verfügbaren Touch-Spielen gefällig? Dann einfach umblättern. Hier haben wir die sechs interessantesten Starttitel für Sie zusammengestellt.

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Steg-Flyer: Weihnachts-Rallye für Tiefpreise

Im Weihnachts-Flyer drückt Steg kräftig auf die Preisbremse. Mit dabei: ein rassiger 4K-TV für Sparfüchse, die aktuelle Microsoft-Spielkonsole und der hauseigene Xmas-Tower-PC. Plus: viele Express-Checks.

von Daniel Bader 16.12.2016

Bildergalerie Die Highlights des Steg-Flyers Die Highlights des Steg-Flyers 9 Fotos Zoom

In der Bildergalerie rechts präsentiert Ihnen der PCtipp die Angebote von Steg electronics – zum Anschauen und Stöbern. Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den Angeboten meist um zeitlich und in ihrer Stückzahl begrenzte Geräte handelt. Sie finden die Angaben über den Abverkauf auf der jeweiligen Seite der Produkte in diesem Flyer-Check.

Tipp in eigener Sache: Wollen Sie keine Tests mehr verpassen und künftig über Kaufberatungen aktuell informiert werden? Dann können Sie für einen Preis von 27 Franken unser PCtipp-Heft per Digital-Abo erwerben. Die Gültigkeit des Abos beträgt ein halbes Jahr! Zudem kann selbstverständlich jedes neue und ältere Heft hier auch als Einzelausgabe günstig erworben werden.

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