Test: Apple AirPods

Zahnbürsten, Golfschläger, Mini-Föns – kein Vergleich scheint im Web zu absurd, um die Form der AirPods zu beschreiben. Dabei sehen sie fast genauso aus, wie die gestandenen EarPods, einfach ohne Kabel. Doch das ist nicht der einzige Unterschied. Die AirPods haben es – pardon – faustdick hinter den Ohren.

Apple AirPods mit Ladeschale Apple AirPods mit Ladeschale Zoom© ze / PCtipp

Der Tragekomfort ist erfreulich hoch: Einmal eingesetzt, könnte ich die kleinen Stöpsel stundenlang drin behalten. Ob das auf Ihre Ohren ebenfalls zutrifft, prüfen Sie am besten mit den kabelgebundenen EarPods der iPhones: Deren Form ist zwar nicht völlig identisch, aber sehr nahe dran.

Die oft geäusserten Bedenken, dass die AirPods versehentlich aus den Ohren fallen, sind unbegründet: Sie sitzen wie angegossen – auch bei schnellen Bewegungen, beim Laufen oder beim Bücken. Selbst beim Headbangen werden Sie das Bewusstsein noch vor den AirPods verlieren. Doch bereits die kabelgebundenen EarPods sind mir nur dann aus den Ohren gerutscht, wenn das Kabel irgendwo an der Kleidung hängenblieb – und diese Gefahr ist nun gebannt.

Ladeschale und Akku-Laufzeit

Die AirPods werden in einer schmucken Ladeschale geliefert und durch Magnete gegen versehentliches Herausfallen gesichert. Diese Schale dient jedoch nicht nur dem Transport und der Aufladung, sondern verfügt ihrerseits über einen Akku. Dieser gibt seinen Energievorrat an die AirPods ab, sobald sie verstaut werden.

Die Ladeschale verfolgt mehrere Absichten Die Ladeschale verfolgt mehrere Absichten Zoom© ze / PCtipp

Laufzeit, Versuch 1. In unserem Test zeigte der Akku nach fast vier Stunden eine Restladung von ca. 30 Prozent. Danach lagen die AirPods über Nacht offen auf dem Tisch, was die Ladung auf etwa 5 Prozent drückte. Es spielt also eine Rolle, wo die Stöpsel aufbewahrt werden, auch wenn sie nicht benutzt werden.

Laufzeit, Versuch 2. Im zweiten Anlauf und Non-Stop-Test hielten die AirPods rund 4:45 Stunden, bis sie zurück in die Schale mussten. Wenn sie dort aufgetankt werden, beträgt die Gesamtlaufzeit laut Apple etwa 24 Stunden, was mit unseren Messungen ziemlich gut übereinstimmt.

Ladeanzeige, in diesem Fall als Widget Ladeanzeige, in diesem Fall als Widget Zoom© Screenshot / PCtipp

Koppelung: fantastisch unspektakulär

Die AirPods verbinden sich via Bluetooth mit dem Endgerät. Das weckt die Erinnerung an hässliche Prozeduren, wie: «Halten Sie die Taste X solange gedrückt, bis die LED rotblau blinkt. Das Gerät befindet sich nun im Koppelungsmodus. Öffnen Sie innerhalb von 30 Sekunden die Systemsteuerung …». Und so weiter.

Spielen die AirPods bei der Koppelung in einer anderen Liga? Nein. Sie spielen ja noch nicht einmal dasselbe Spiel.

Stattdessen wird die brandneue Ladeschale nach dem Auspacken geöffnet, in die Nähe des iPhones gebracht und mit einem Tippen gekoppelt. Das dauert ungefähr solange, wie Sie benötigen, um den letzten Satz laut vorzulesen.

Also ein wenig «magisch» ist das schon Also ein wenig «magisch» ist das schon Zoom© ze / PCtipp

Einfacher geht es nicht? Doch, geht es. Denn die Informationen zur Koppelung werden automatisch an die Apple-ID geheftet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Sicherheitsmassnahme wie bei den iOS-Geräten; stattdessen können die AirPods jederzeit mit einer anderen Apple-ID verknüpft werden.

Geraten die AirPods in die Reichweite eines Macs, eines iPads oder einer Apple Watch mit derselben Apple-ID, stellen sie sofort eine Verbindung bereit, etwa hier am Mac:

Am Mac funktionieren die AirPods genauso einfach Am Mac funktionieren die AirPods genauso einfach Zoom

Um später wieder eine Verbindung zum iPhone auf zum iPad herzustellen, werden die AirPods einfach am jeweiligen Gerät angewählt und sogleich gekapert. Kurz, das erbärmliche Bluetooth-Protokoll hat seinen Schrecken verloren – zumindest in der Apple-Welt.

Kopfhörer denkt mit

All diese sehr speziellen Eigenschaften werden möglich, weil die AirPods durch Apples selbst entwickelten W1-Chip angetrieben werden.

Automatische Pausen

Wenn Sie mit beiden AirPods die Wiedergabe beginnen und einen der beiden Kopfhörer abnehmen, stoppt die Wiedergabe solange, bis Sie den Stöpsel wieder ins Ohr stecken. Das gilt natürlich für Apples Musik-App, aber auch für andere Apps wie Spotify, Spiele und sogar für YouTube-Videos, deren Wiedergabe in Bild und Ton pausiert wird.

Spotify (hier im Bild), Apple Music, YouTube … die AirPorts haben alle Dienste und Apps lieb Spotify (hier im Bild), Apple Music, YouTube … die AirPorts haben alle Dienste und Apps lieb Zoom© Screenshot / PCtipp

Raffiniertes Detail: Wenn Sie die Audio-Wiedergabe mit beiden AirPods starten, hören Sie den Ton in Stereo. Starten Sie die Wiedergabe hingegen nur mit einem AirPod im Ohr, werden die Stereokanäle automatisch für die Mono-Wiedergabe gebündelt.

Die Mikrofone

Beide AirPods sind mit Mikrofonen bestückt, sodass es keine Rolle spielt, welches Teil Sie sich für ein Telefongespräch ins Ohr stecken. Zusätzliche Mikrofone erfassen und filtern die Umgebungsgeräusche bei Telefongesprächen oder Videochats. Die Resultate überzeugen: Alle Angerufenen attestierten dem Gespräch eine sehr gute Klangqualität.

Beide AirPods sind mit allen Mikrofonen, Chips und Sensoren ausgestattet Beide AirPods sind mit allen Mikrofonen, Chips und Sensoren ausgestattet Zoom© ze / PCtipp

Dieser akustische Filter sorgt allerdings «nur» dafür, dass es die Umgebungsgeräusche nicht bis ans andere Ende der Leitung schaffen. Das Verfahren hat nichts mit den geräuschunterdrückenden Kopfhörern gemein, die durch Gegenschall eine künstliche Stille erzeugen.

In den Bluetooth-Einstellungen am iPhone wird ausserdem definiert, bei welchem AirPod das Mikrofon aktiviert ist: links, rechts oder automatisch. In den meisten Fällen dürfte «automatisch» die beste Wahl sein, weil es dann keine Rolle spielt, welchen AirPod Sie einzeln verwenden. Doch wer sich für links oder rechts entscheidet, kann den zweiten Pod seinem Partner ins Ohr drücken, um ihn ein Telefongespräch mithören zu lassen – allerdings ohne seine Beteiligung am Gespräch. Eine praktische Sache, und ausserdem haben die meisten Menschen sowieso ein «Lieblings-Ohr», mit dem sie bevorzugt telefonieren.

Die AirPods kommen mit ihren eigenen Bluetooth-Einstellungen Die AirPods kommen mit ihren eigenen Bluetooth-Einstellungen Zoom© Screenshot / PCtipp

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Neue App: SBB Reiseplaner Preview im Test

Bahn, Bus, Velo oder Auto: Um die Reise von Tür zu Tür zu planen, haben die SBB schon wieder eine neue App veröffentlicht. Doch wie brauchbar ist sie wirklich?

Individualiserte Reiseplanung von Tür zu Tür, aber jeweils mit dem schnellsten und günstigsten Transportmittel. Dazu haben die SBB bereits wieder eine App veröffentlicht, allerdings vorerst noch als Vorschauversion für iOS und Android. Mit dem mobilen Helfer verfolgen die Schweizerischen Bundesbahnen das Ziel, die verschiedensten Verkehrsmittel wie Privatauto, Mietvelostationen, Fusswege und Carsharing-Stationen bis zum Zielort vergleichbar und kombinierbar darzustellen. Als Beispiel genannt wird etwa eine geplante Zugreise, bei der man schon am gewünschten Standort ein Mobility-Fahrzeug in der App reserviert hat. Ausserdem ist die Speicherung von Suchprofilen möglich, damit beispielsweise auch jedes Mal das vorhandene Halbtax-Abo bei der Preisanzeige berücksichtigt wird.
Die neue Reiseplaner-App der SBB mit Kartenausschnitt von OpenStreetMap Die neue Reiseplaner-App der SBB mit Kartenausschnitt von OpenStreetMap Zoom© Screenshot / PCtipp

Flüssige Bedienung

Die Bedienung der App ist einfach. Wie bei der regulären SBB-App gibt man Start- und Zielort ein, worauf man mit Symbolen auf verschiedene Reisemöglichkeiten wie Zug, Bikesharing, Auto und Kombinationen aufmerksam gemacht wird. Sicher praktisch an der App ist das Haupt-Feature, immer die schnellstmögliche Route zu finden. So weiss ich als GA-Besitzer und Automobilist vielleicht nicht auf Anhieb, ob ich je nach ÖV-Netz schneller mit dem Zug oder mit dem Auto zum «H.R. Giger»-Museum in Gruyère gelange. Wie schon vermutet, wird bei diesem Suchvorgang die Autoroute als schnellste Option eingeblendet. Bei einer Kombination von Zug und ÖV zeigt der Handy-Reiseplaner immerhin den Abfahrtsbahnhof Lenzburg an, den ich mit dem Auto schneller erreiche, statt den langwierigen Umweg über Ortsbus und Regionalzug zu wählen. Bei der reinen Autoroute wird ein Benzinpreis von 120 Franken veranschlagt, was unmöglich auf den Spritverbrauch eines Kleinwagens zutreffen kann. Ungefähr die Hälfte des Preises würde bei 160 Kilometern eher zutreffen.
Aufgeführte Reiserouten lassen sich mit den Kacheln detaillierter filtern (Bild links). In den Einstellungen ist zudem das Ein- und Ausblenden von Kartenelementen möglich (Bild rechts) Aufgeführte Reiserouten lassen sich mit den Kacheln detaillierter filtern (Bild links). In den Einstellungen ist zudem das Ein- und Ausblenden von Kartenelementen möglich (Bild rechts) Zoom© Screenshot / PCtipp
Eingrenzbar ist die Auswahl primär nach Abfahrtszeit, Kosten und Reisedauer. Noch detaillierter auflisten kann man sich die Routen über die einzelnen Symbole (siehe linkes Bild im Screenshot). Allerdings wird es je nach der gewählten Route (in meinem Fall über Fribourg und Bulle) mit Bikesharing schnell kompliziert, weil an diesen Bahnhöfen keine Velostationen verfügbar sind. In diesem Fall wird unter den entsprechenden Kacheln einfach keine Route eingeblendet. Ein Pluspunkt: Die OpenStreetMap-basierte Karte lässt sich in den Einstellungen anpassen (siehe rechtes Bild im Screenshot): Parkhäuser, Hotels und Sehenswürdigkeiten können so auf Wunsch ein- und ausgeblendet werden. Der Kartenabschnitt wird bei der Routenplanung jeweils unterhalb der angezeigten Reiseoptionen eingeblendet.

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App-Test: Bushido Bear

Ninja Bear und seine Freunde beschützen den Wald vor Dämonen und anderen Monstern.

Der Hüter des Waldes wird langsam alt. Doch die Bedrohung durch Dämonen und andere Bösewichte bleibt bestehen. Es liegt nun an Ninja Bear und seinen Freunden, den Wald zu beschützen und dem bisherigen Hüter eine geruhsame Pension zu ermöglichen.

Ninja Bear kämpft in seinem Wald gegen das Böse Ninja Bear kämpft in seinem Wald gegen das Böse Zoom

Bushido Bear ist ein Geschicklichkeitsspiel von den Machern von Alphabear, einer ausgezeichneten Scrabble-Interpretation. Das Spiel selbst ist eine Art Horde-Mode-Game. Der Spielercharakter bewegt sich per Tipp und greift mit Wischbewegungen Gegner an, die in Wellen erscheinen. Je mehr Gegner man pro Schlag erwischt, desto mehr Punkte erhält man. Berührt man einen Gegner, ist man tot. Besitzt man mehr als einen Bären, kann man einen zweiten Helden in den Kampf schicken, um den Gefallenen zu rächen.

Ein wirkliches Spielziel gibt es in Bushido Bear nicht. Man versucht schlicht so viele Wellen wie möglich zu besiegen und dabei seine Punktzahl in die Höhe zu treiben. In späteren Wellen wird der Schwierigkeitsgrad ordentlich nach oben geschraubt. Man muss sich also nicht wundern, wenn man schnell einmal das Zeitliche segnet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass man an den Gegnern vorbeirasen muss, nicht etwa in die Gegner hinein. Da Bushidobären ihre Schwerter seitlich halten, greifen sie auch nur zur Seite an.

Wie schon bei Alphabear sind die Charaktere von Bushido Bear allesamt Bären in verschiedenen Ausführungen. Ninja Bear ist der erste Charakter, den man spielen lernt. Weitere Bären lassen sich durch das Sammeln von Punkten ergattern. Zusätzlich gibt es spassige Sidegrades zu erspielen, wie beispielsweise regenbogenfarbige Linien, die hinter den Schwertern nachziehen oder neue Schwerter mit abgefahrenem Design.

Neben dem spassigen und ordentlich fordernden Spielprinzip trumpf Bushido Bear vor allem mit seinem Stil. Grafik und Charaktere sind mit viel Charme und Humor gestaltet und lockern das stressige Gameplay angenehm auf. Die Punktejagd lohnt sich nur schon dafür, alle Bären freizuschalten.

Erste Schritte braucht es nicht wirklich. Das Spiel erklärt seine sowieso simplen Funktionen beim Spielstart selbst und absolut ausreichend.

Bushido Bear gibt es für Android und iOS.

 

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Test: PDF Expert 2

Die flinke Mac-Anwendung füllt die Lücke zwischen Acrobat Pro und Apples Vorschau.

Zu den Vorzügen von macOS gehört der souveräne Umgang mit PDF-Dateien. Bereits mit den Bordmitteln lassen sich diese Dateien aus jeder Anwendung heraus erstellen. Für die Betrachtung wiederum zeichnet die mitgelieferte Anwendung Vorschau verantwortlich: Sie erledigt nicht nur die Darstellung, sondern erlaubt auch rudimentäre Kommentare, ein einfaches Seitenmanagement oder das Herauskopieren von Texten.

Vorschau ist für eine kostenlose Beigabe erstaunlich leistungsfähig – aber manchmal reicht das nicht. Am oberen Ende der Nahrungskette wartet Adobe Acrobat Pro, das zum Beispiel im Rahmen von Acrobat DC für Fr. 17.30 pro Monat gemietet werden kann. 

Zwischen diesen beiden Fronten buhlen verschiedene Lösungen von Drittanbietern um die Gunst der Kunden, darunter auch PDF Expert 2 von Readdle. Dabei lassen die Verantwortlichen keinen Zweifel offen, dass sie genau darauf abzielen: die Lücke zwischen der kostenlosen Apple- und der kostspieligen Adobe-Lösung zu schliessen. 

Aufgeräumte Oberfläche

Für einen positiven ersten Eindruck sorgt die Oberfläche. Sie wirkt nicht nur aufgeräumt, sondern fast schon spartanisch. Gerade im Vergleich zu Acrobat Pro fühlt sie sich an, als würde einem eine Last von den Schultern genommen worden.

Aufgeräumt, aber trotzdem kraftvoll: PDF Expert 2 Aufgeräumt, aber trotzdem kraftvoll: PDF Expert 2 Zoom© ze / PCtipp

Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Anwendung vor Möglichkeiten strotzt. So lassen sich zum Beispiel Seiten mit der Maus neu anordnen. Das ist keine grosse Sache – aber in PDF Expert 2 verschiebt man die Seiten intuitiv und mit der grössten Selbstverständlichkeit, während in Acrobat Pro ein eigener Bereich aufgerufen werden muss, der seinerseits mit Symbolen überfrachtet ist. Diese Leichtigkeit zieht sich durch die gesamte Oberfläche, während die tatsächlich unverzichtbaren Symbole dezent beiseite stehen.

Seiten werden mit Leichtigkeit herumgeschoben Seiten werden mit Leichtigkeit herumgeschoben Zoom© ze / PCtipp

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Reisefertig mit Google Trips

Reisen kann zu Stress führen. Die kostenlose App «Google Trips» normalisiert den Blutdruck.

Beim Reisen stellen sich üblicherweise zwei Fragen: «Wie komme ich da hin?» und «Was mache ich, wenn ich da bin?». Auf beide Fragen will Google Trips zahlreiche Antwort liefern.

Die eine Sache ist die Reise selbst. Trips verbindet sich mit dem Gmail-Konto. Dort befinden sich all die Reservationen, Tickets und Vouchers, die im Internet gebucht wurden. Diese werden von Trips automatisch gebündelt, in die richtige Reihenfolge gebracht und von überflüssigen Informationen befreit. So bleiben sie jederzeit in Griffnähe. Es ist fast so, als hätte man seinen eigenen Sekretär im Schlepptau. Dieses Vorgehen kennen wir von TripIt und anderen Apps.

Am Ziel angekommen, widmet sich Trips der zweiten Frage. Passend zur Umgebung werden interessante Orte und Sehenswürdigkeiten aufgelistet, Restaurants empfohlen oder beliebte Aktivitäten vorgeschlagen. Dabei lässt Google natürlich seine Muskeln spielen, indem es alle möglichen Erfahrungsberichte, Öffnungszeiten und andere Details nachreicht, welche die Suchmaschine im Laufe der Jahre gesammelt hat. Doch auch Handarbeit ist involviert: Google selbst betont, dass über 200 Städte passend aufbereitet worden sind, um dem Benutzer die maximale Informationsfülle zu liefern.

Alles, was man auf Reisen dabei haben muss (administrativ gesprochen) Alles, was man auf Reisen dabei haben muss (administrativ gesprochen) Zoom© PCtipp / Screenshot

Alle diese Daten werden auf Wunsch mit einem Tippen heruntergeladen, sodass sie in der Fremde auch ohne teure Internetverbindung und Daten-Roaming zugänglich sind. Allerdings werden die Informationen während der internetlosen Zeit natürlich nicht automatisch aktualisiert.

Der einzige erwähnenswerte Nachteil besteht darin, dass Trips nur jene Daten sammelt, die über Bestätigungen per E-Mail zugefüttert werden. Unter Umständen muss also ein Teil der Unterlagen immer noch konventionell aufbewahrt werden.

So oder so: Google Trips gehört vor den Ferien auf jedes Smartphone. Das ganze Potenzial wird jedoch nur zusammen mit einem Gmail-Konto ausgenutzt. Googles Promo-Video finden Sie hier – und genau wie die App ist es zurzeit nur in Englisch verfügbar.

 

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Test: iPhone 7 (Plus)

Das iPhone 7 sieht seinen beiden Vorgängern zum Verwechseln ähnlich. Tatsächlich aber hat es Apples Goldjunge faustdick hinter den Ohren, wie wir gleich sehen werden.

iPhone 7 und iPhone 7 Plus iPhone 7 und iPhone 7 Plus Zoom© Apple, Inc.

Natürlich zieht die neue Kamera die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings sind die Zeiten vorbei, als sich die Kamera im iPhone Plus nur durch den optischen Bildstabilisator unterscheidet: Die Linsen im iPhone 7 Plus sind derjenigen im iPhone 7 deutlich überlegen. Wenn Sie einerseits ein Freund kleiner Smartphones sind und andererseits Wert auf eine möglichst gute Kamera legen, sollten Sie sich jetzt auf einen grossen Gewissenskonflikt einstellen.

Die Kamera ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal Die Kamera ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal Zoom© Apple, Inc.

Beginnen wir mit dem kleinen Modell, das sämtliche Eigenschaften mit dem iPhone 7 Plus teilt.

Die Kamera im iPhone 7

Die beste Nachricht zuerst: Auch das kleinere iPhone 7 ist jetzt mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, der bei Fotos und Videos wirkt. Die Brennweite beträgt 28 Millimeter (auf KB umgerechnet). Die Blende wurde auf ƒ/1.8 vergrössert – das bedeutet mehr Durchlass für das Licht, was zu besseren Fotos in der Dämmerung führt und das finden wir deshalb eine gute Sache. Die Auflösung beträgt wie beim Vorgänger maximal 12 Mpx. Dieser Wert ist heute bei den Smartphones der beste Kompromiss zwischen Auflösung und Bildqualität.

Das Einzige, was die Jugend noch lieber fotografiert als Essen, ist sich selbst. Deshalb wird auch die neue Frontkamera auf breite Zustimmung stossen: Selfies werden jetzt mit 7 Mpx geschossen oder in Full HD (1080p) gedreht. Die Gesichts- und neu die Körpererkennung sorgt dafür, dass die Schärfe nicht auf der Imbissbude im Hintergrund landet.

Bildqualität

Die Qualität der Fotos überzeugt durchs Band mit eher dezenten, aber natürlichen Farben. Wer es ein wenig kräftiger mag, greift auf einen der Filter in der Kamera-App zu. Dabei muss vor allem die Helligkeitsverteilung während der Aufnahme stimmen. Apple verwendet dazu ein «lokales Tonemapping». Das heisst, ein Bild wird in Bereiche zerlegt, die unabhängig analysiert und korrigiert werden. Als direkte Folge wird mehr Zeichnung in den Lichtern und Schatten erfasst.

Hier ein Beispiel: Der helle Himmel ist ein Risiko für jeden Bildsensor, weil er schnell überbelichtet wird und an Details verliert. Oder die Belichtung des Himmels ist korrekt, doch stattdessen saufen die Schatten ab. Das iPhone 7 zerlegt das Bild noch während der Aufnahme. Es korrigiert die Lichter und Schatten individuell, um die maximalen Bildinformationen einzufangen (Variante oben). Was nach der Aufnahme mit diesen Informationen geschieht, bleibt dem Fotografen überlassen. In diesem Fall wurde der Filter «Chrom» angewendet, damit die Szene etwas mehr Biss zeigt (Variante unten).

Das lokale Tonemapping sorgt für ausgewogene Kontraste Das lokale Tonemapping sorgt für ausgewogene Kontraste Zoom© ze / PCtipp

Videos

Wenn Sie gerne Filme drehen, ist die Videofunktion genau Ihr Ding – auch wenn die technischen Daten im Vergleich zum Vorgänger unverändert geblieben sind. Das iPhone 7 filmt in Full HD (1080p) mit bis zu 60 fps (Bildern pro Sekunde). Die Zeitlupe liegt bei hohen 120 fps in Full HD oder sogar bei 240 fps in HD (720p). Damit werden interessante Bewegungsstudien mit den Kindern zu einem Klacks.

Die Zeitlupe wird punktgenau gesteuert Die Zeitlupe wird punktgenau gesteuert Zoom© ze / PCtipp

Die höchste Auflösung liegt bei 4K und 30 fps. Dank der optischen Stabilisierung liefert das iPhone 7 butterweiche Filme mit einer hervorragenden Schärfe und natürlichen Farben. Auf dem grossen Fernseher im Wohnzimmer sind Ihnen «Ahhhh!» und «Ohhhh!» gewiss.

Für die hervorragende Filmqualität zeichnet auch der schnelle Sensor verantwortlich. Im direkten Vergleich mit einem Huawei Nexus 6P (m.M. nach eines der besten Android-Smartphones) fiel auf, dass das 4K-Bild des Android-Geräts «schwimmt», weil der Sensor nicht schnell genug ausgelesen wird. Der berüchtigte Rolling-Shutter-Effekt zeigte sich bereits bei ruhigen Szenen mit Personen, während das iPhone 7 glasklare, unverzerrte Einzelbilder liefert. Kurz gesagt: 4K ist nicht gleich 4K – und das wird beim Studium der technischen Daten gerne vergessen.

Die Signalverarbeitung

Ein anstrengend-technischer Begriff. Doch was dahintersteckt, trägt massgeblich zu Apples Führungsposition bei. Die hauseigene Signalverarbeitung zeichnet für alles verantwortlich, was mit der Bildumsetzung zu tun hat – und sie erledigt diese Aufgabe unglaublich schnell!

Panoramen. Führen Sie das iPhone über eine Szene. Anschliessend setzt das Gerät die einzelnen Bilder zu einem nahtlosen Panorama mit 63 Mpx (!) zusammen – und zwar ohne dass eine spürbare Verzögerung auftritt. Das Bild ist einfach da, in einem Wimpernzucken berechnet, als wäre es das Normalste der Welt.

Das Wetter ist Mist, aber die Panoramafunktion ist toll Das Wetter ist Mist, aber die Panoramafunktion ist toll Zoom© ze / PCtipp

Burst-Modus. Halten Sie den Auslöser gedrückt, und das iPhone schaltet in den Burst-Modus. Jetzt schaufelt das Gerät 10 Bilder pro Sekunde in sich hinein – mit 12 Mpx, in der besten Qualität und mit allen Optimierungen einer einzelnen Aufnahme: Farben werden korrigiert, das Rauschen gemildert und Tonwerte in unterschiedlichen Bereichen angepasst. Und das alles zehnmal pro Sekunde.

Trotzdem gibt es für die Menge der Bilder keine Obergrenze. Schiessen Sie ein Dutzend Fotos am Stück, Hunderte oder Tausende. Halten Sie den Auslöser gedrückt, bis der Speicher voll ist oder der Finger abfällt. Am Schluss präsentiert Ihnen das iPhone eine Auswahl der schärfsten Bilder mit optimaler Belichtung. Wenn ausserdem Personen abgebildet sind, werden Fotos mit geschlossenen Augen aussortiert. Und so weiter. Die Wartezeit für die Analyse dauert – Sie ahnen es schon – nur ein Wimpernzucken.

RAW-Fotos

Endlich erlaubt Apple die Aufnahme im RAW-Format, oder zumindest im DNG-Format. (Technisch gesehen sind das zwar keine echten RAW-Fotos, doch die Unterscheidung würde in diesem Zusammenhang wie Haarspalterei wirken.) RAW-Fotos sind von jener automatischen Nachbearbeitung ausgeschlossen, die schlussendlich zu JPEG-Bildern führt. Das wiederum bedeutet, dass der Weissabgleich, das Entrauschen, die Farbgebung und vieles mehr in die Hände des Fotografen gelegt wird.

Ob man sich das antun will oder nicht, ist Ermessenssache. Für mich bedeutet es zum Beispiel, dass ich die Farbgebung der iPhone-Bilder jenen aus der «grossen» Kamera anpassen kann, wenn ich aus den Ferien zurück bin. Bisher wirkten die iPhone-Fotos immer wie Fremdkörper, nachdem sie mit den anderen gemischt wurden – nicht weil diese Fotos farblich schlechter sind, aber eben deutlich anders.

Das war die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass dieses Format (noch) nicht von Apples eigener Kamera-App unterstützt wird – also ausgerechnet jener App, die sich als Einzige mit einer Bewegung am Startbildschirm aufrufen lässt. Stattdessen bleibt diese Eigenschaft den Apps von Drittanbietern überlassen.

Dazu gehört glücklicherweise Adobe Lightroom Mobile, das die Bilder gleich via CreativeCloud mit den Desktop-Versionen von Lightroom synchronisiert. Allerdings sind die restlichen Funktionen rudimentär; nicht einmal zwischen den beiden Objektiven im iPhone 7 Plus kann gewechselt werden.

Lightroom bietet nur eine rudimentäre Fotofunktion, doch es nimmt auch in DNG auf Lightroom bietet nur eine rudimentäre Fotofunktion, doch es nimmt auch in DNG auf Zoom© ze / PCtipp

Doch viele andere werden folgen, so zum Beispiel die leistungsfähige App ProCamera (5 Franken). Sie unterstützt DNG, den Objektivwechsel und vieles mehr. Das ist die App, die Sie sich als engagierter iPhone-7-Plus-Fotograf zuerst ansehen sollten.

ProCam wirkt spartanisch, strotzt aber vor versteckten Möglichkeiten ProCam wirkt spartanisch, strotzt aber vor versteckten Möglichkeiten Zoom© ze / PCtipp

Das waren die wichtigsten Eigenschaften der Kamera im iPhone 7. Das iPhone 7 Plus legt noch eine grosse Schippe drauf.

Die Kamera im iPhone 7 Plus

Wie bereits angetönt, ist das iPhone 7 Plus nicht mit einer, sondern gleich mit zwei Kameras ausgestattet. Das Weitwinkel mit 28 Millimetern Brennweite und Blende ƒ/1.8 entspricht jener im kleinen iPhone 7. Dazu gesellt sich ein sehr leichtes Tele mit 56 Millimetern bei Blende ƒ/2.8.

Das Weitwinkel … Das Weitwinkel … Zoom© ze / PCtipp … und das leichte Teleobjektiv … und das leichte Teleobjektiv Zoom© ze / PCtipp

Schade: Dem grossen Objektiv wird der optische Bildstabilisator vorenthalten, was gerade bei Videos auffällt – nicht schlimm, aber bei genauem Hinsehen erkennbar. Bei Full-HD-Videos mit der 56-Millimeter-Linse greift wenigstens die digitale und sehr effektive Bildstabilisierung, doch bei 4K-Aufnahmen wird auch diese deaktiviert.

Trotzdem wird die 56-Millimeter zu meiner Standardkamera, weil sie das Bild weniger verzerrt. Das Weitwinkel werde ich nur hinzuziehen, wenn es die Licht- oder Platzverhältnisse nicht anders zulassen.

Mit diesem Schalter wird zwischen den Linsen gewechselt Mit diesem Schalter wird zwischen den Linsen gewechselt Zoom© ze / PCtipp

Portrait-Modus: ein «Game-Changer»?

Der neue «Portrait»-Modus wurde bei der Vorstellung des iPhone 7 Plus enthüllt. Leider hat er es nicht mehr in das aktuelle iOS 10.0.1 geschafft; stattdessen wird er im Verlauf des Jahres als Software-Update nachgereicht.

Das Prinzip: Eine Person wird immer mit dem schmeichelhafteren 56-Millimeter-Objektiv abgelichtet. Gleichzeitig erstellt das 28-Millimeter-Objektiv eine dreidimensionale Tiefenkarte des Körpers. Damit wird das Modell extrahiert, während der Hintergrund in der digitalen Unschärfe verschwimmt.

Wenn das in der Praxis auch nur halb so gut funktioniert, ändert sich so einiges Wenn das in der Praxis auch nur halb so gut funktioniert, ändert sich so einiges Zoom© Apple, Inc.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, werden wir später ausgiebig testen. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass Apple solche visuellen Spielereien meisterhaft umsetzt und deshalb nichts Halbgares abliefern wird.

Das iPhone 7 Plus der Kamera wegen?

Zum Schluss bleibt nur die Frage schlechthin: Wie wichtig ist die Kamera im iPhone? Eine Entscheidung zugunsten des kleinen Modells würde mir wegen der fehlenden Kamerafunktionen sehr schwerfallen. Wenn die Bilder im «Portrait»-Modus auch nur halb so gut aussehen, wie jene, die Apple während der Keynote gezeigt hat, dann ändert diese Funktion einfach alles – und der Rest der Smartphone-Industrie steht mit heruntergelassenen Hosen da.

Doch da ist noch mehr.

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