Test: Acer Predator G1-710

Kompaktheit ist nicht unbedingt ein Wort, das man mit Gaming-PCs in Verbindung bringt. Dafür sind die meisten Komponenten einer richtigen Gamerkiste schlicht zu gross. Krafthungrige PSUs, GPUs jenseits der 30-cm-Marke und kolossale CPU-Lüfter sind in dieser Kategorie an der Tagesordnung. Nicht so beim neuen Acer Predator G1-710. Dieser Gaming-PC ist klein genug, dass man sogar an eine LAN-Party mitnehmen könnte. Doch wie genau funktioniert das?
Der Predator G1-710 kann wahlweise auch im LAN-tauglichen Koffer erstanden werden Der Predator G1-710 kann wahlweise auch im LAN-tauglichen Koffer erstanden werden Zoom© Acer
Kurz gesagt: Der G1-710 ist kompakt gebaut. Sowohl von aussen, als auch von innen. Unter anderem wurde die PSU (Power Supply Unit) nicht im Gehäuse verbaut. Stattdessen benötigt der Predator G1-710 zwei(!) externe PSUs, und somit auch zwei Plätze an der Steckdose. Nicht gerade elegant und noch weniger praktisch.

Die verbauten Komponenten im Inneren liegen dicht beieinander und wurden praktisch passgenau eingebaut. Der Vorteil: ein kleines und kompaktes Gehäuse. Der Nachteil: wenig Optionen für Upgrades. Wer also in ein paar Jahren noch eine zweite SSD braucht oder eine grössere Grafikkarte einbauen möchte, muss ganz genau abmessen, was drin liegt.

Man muss also grösstenteils mit dem leben, was schon drin ist. Glücklicherweise hat Acer ausgezeichnete Hardware verbaut. Als Taktgeber dient der Intel Core i7-6700, der schon beinahe Legendenstatus erreicht hat. Es handelt sich dabei um die reguläre Version des Prozessors mit 3,4 GHz, nicht um die von Haus übertaktete Variante. Dazu kommen 16 GB DDR-4-RAM und eine Nvidia GeForce GTX 1080 Grafikkarte. In Sachen Leistung kann man sich nicht beklagen.

Im Praxistest schafft der Predator G1-710 aktuelle Games ohne Probleme. Titel wie Battlefield 1 laufen in 1080p und maximalen Settings locker über 60 FPS. Die beliebten Esports-Games Counter-Strike: Global Offensive, Overwatch und Heroes of the Storm laufen ebenfalls mit Bildwiederholungsraten im dreistelligen Bereich. Das gilt auch für 2K, mit einigen strategischen Einstellungen, beispielsweise beim Anti-Aliasing. Für 4K in extrem hohen FPS-Bereichen bräuchte es wohl eine zweite GTX 1080 und ordentliche SLI-Unterstützung. 60 FPS schafft man aber auch in UHD.
Kompaktes Format? Check. Beleuchtung? Check. Solide Hardware? Check. Kompaktes Format? Check. Beleuchtung? Check. Solide Hardware? Check. Zoom© Acer
Als Nutzspeicher dient eine 256-GB-SSD für das Betriebssystem und wichtige Software, sowie eine 1-TB-Festplatte für Daten und Weiteres. Für Gamer, welche lange Ladezeiten scheuen ist die SSD etwas knapp bemessen. Nach dem Betriebssystem bleiben keine 200 GB mehr für Software, was in heutigen Zeiten doch etwas knapp ist. Wer ein paar Sekunden länger warten kann, findet aber auf der HDD genügend Platz. Für Nostalgiker ist sogar ein optisches Laufwerk verbaut.

Im Lieferumfang enthalten sind auch eine Maus und eine Tastatur. Bei der Tastatur handelt es sich um eine mechanische Gaming-Tastatur, die gar nicht mal so schlecht ist. Unter den relativ flach gehaltenen Tastenköpfen findet man qualitativ hochwertige Blue-Switches von Kailh. Diese sind vom Handling her vergleichbar mit den Cherry MX Blue, mit etwas mehr Widerstand (60 g statt 50 g). Passend zum Tower ist auch die Tastatur sehr kompakt gehalten. Sämtliche Tasten sind in voller Grösse präsent, allerdings gibt es rund um die Tasten keinen Rahmen oder irgendwelche Spielereien.
Die mitgelieferte Tastatur schlägt sich ordentlich Die mitgelieferte Tastatur schlägt sich ordentlich Zoom© Acer
Ebenfalls mitgeliefert wird eine Maus. Diese verfügt über ein Standardarsenal von zwei Haupttasten, einem Scrollrad, zwei Seitentasten und einem DPI-Schalter. Leider ist auf dem PC keine Maus-Software installiert, mit der man die effektive DPI der Maus einsehen oder verändern könnte. Für kompetitive FPS-Spieler wäre das hingegen essentiell. Qualitativ ist die Maus nichts Besondere, aber auch bei weitem nicht schlecht. Für den durchschnittlichen Gamer reicht es alleweil.

Neben den zwei USB-Anschlüssen, die für Maus und Tastatur draufgehen, bietet der Acer Predator G1-710 einige weitere Schnittstellen. Auf der Vorderseite des PCs sind ein SD-Kartenleser, zwei 3,5-mm-Klinkenstecker für Kopfhörer und Mikrofon, sowie 2 USB-Anschlüsse verbaut. Einer der USB-Anschlüsse ist Type-A, der andere Type-C.

Auf der Rückseite findet man weitere vier USB-Anschlüsse (alle Type-A und USB 3.0), sowie Audio-Anschlüsse für ein 7.1-System, ein RJ-45 fürs LAN-Kabel und die zwei Stromanschlüsse für die massiven PSU-Adapter. Videoanschlüsse gibt es zweimal HDMI, zweimal DisplayPort und einmal DVI.

Vorinstalliert auf dem Predator G1-710 ist Windows 10. Glücklicherweise mit verhältnismässig wenig Bloatware. Die Hauptmenge davon ist Acer-Software mit verschiedenen Funktionen. Dazu kommen CyberLink PowerDVD 12 und Freedome VPN in Testversionen, sowie das kostenlose Spiel World of Warships. Ebenfalls vorinstalliert ist die Gaming-Software Steam. Diese auf einem Gaming-PC jedoch Bloatware zu nennen, wäre wohl falsch.

Fazit

Der Acer Predator G1-710 ist ein grundsolider Gaming-PC mit moderner Hardware, verpackt in einem erstaunlich kompakten Gehäuse. Die externe Doppel-Stromversorgung ist hingegen nicht gerade praktisch. Für den Preis erhält man alles, was man aktuell als Gamer an Hardware braucht, sogar ordentliche Eingabegeräte. Für Upgrades dürfte aber im kompakten Gehäuse wenig Platz sein. Insgesamt ist der Predator G1-710 jedoch ein sehr gelungener Gaming-PC.

  • Acer Predator G1-710

    Positiv:
    Solide Hardware, kompakt
    Negativ:
    Riesige externe Stromversorgung, Platzmangel im Gehäuse
    Details:
    Intel Core i7-6700, 3,4 GHz, 16 GB RAM, Nvidia GeForce GTX 1080, 256 GB SSD, 1 TB HDD, inkl. Maus & Tastatur, externe PSU
    Strassenpreis:
    Fr. 2489.-
    Info:
    acer.ch

    PCtipp-Bewertung:

    4 Sterne

    Leserwertung

 

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Steam Machine: Alienware Alpha im Test

Es gibt verschiedene Ansätze, PC-Gaming auf Konsolen-Niveau in der Stube zu realisieren. Die einfachste Variante für Anspruchsvolle: Man baut sich je nach Spielanforderung und Grafikleistung einen leisen Mini-PC. Damit man sich bequem im Sofa zurücklehnen kann und sich nicht mit lästigen Dingen wie Tastatur und Maus abmühen muss, ist aber ein Griff in die Trickkiste angebracht. Dazu nötig sind meist ein paar Zusatz-Tools für häufige Tastenkombinationen wie Fenster schliessen, Steam starten usw. Wer dafür keine Zeit, geschweige den Pläne hegt, selber ein leises System zu bauen, kann sich, vorkonfiguriert, auch eine pfannenfertige Lösung kaufen: zum Beispiel das Alienware Alpha R2.
Das Alienware Alpha R2 ist ein PC-System im Konsolenformat Das Alienware Alpha R2 ist ein PC-System im Konsolenformat Zoom© sgr / PCtipp

Ein Blick ins Innere

Der Gaming-PC der Dell-Tochter im Konsolenformat bietet da mit seinem Formfaktor von weniger als zwei Litern sogar einen Vorteil: Der rund 800 Franken günstige Mini-PC, den es in verschiedenen Konfigurationen gibt, ist mit Abmessungen von nur 20 x 20 x 5,5 cm wesentlich kleiner als gängige Konsolen wie die PlayStation 4 oder Xbox One S. Dafür fehlt dem kleinen Rechenknecht ein Blu-ray-Laufwerk. Der Strombezug erfolgt extern über ein 180-Watt-Netzteil. Ausgeliefert wurde unsere Konfiguration mit einer 500-GB-Festplatte im 2,5-Zoll-Faktor (SATA 6 Gbit/s), die sich auch gegen ein SSD-Laufwerk tauschen liesse. Beim Prozessor hat man sich eines Vierkern-i5-Skylake-Chips bedient (Intel Core i5-6400T, 6. Generation). Der Käufer hat aber auch die Wahl zwischen Core-i3- und i5-Bestückungen. Damit nicht zu viel Hitzestau entsteht, hat der Hersteller einen Kompromiss bei der Grafikkarte gesucht. Alienware verbaut eine mittlere High-End-Grafikkarte des Nividia GeForce GTX 960, mit der immerhin einige ältere Games wie «Skyrim» oder «Alice: Madness Returns» mit ausreichender 4K-Bildwiederholrate über die Bühne gehen.
Je zwei grosse Lüfter pusten die Wärme von Grafikkarte und CPU nach hinten Je zwei grosse Lüfter pusten die Wärme von Grafikkarte und CPU nach hinten Zoom© sgr / PCtipp
Die integrierte GTX 960 genügt aber hauptsächlich für anspruchsvolles Spielen in Full-HD-Auflösung. Beim RAM hat man in dem Mini-System leider nur einen Slot in der «SO-DIMM»-Ausführung zur Verfügung, der mit einem 8-GB-DDR4-Riegel belegt war. (SO-DIMM-Sockel kommen in der Regel bei Notebooks und kleinen Media Centers zum Einsatz.) Daneben finden wir weiter einen leeren PCI-Express-3.0-basierten M.2-Slot, den man für ein zusätzliches SSD-Flash-Modul als Primär- oder Sekundärlaufwerk ausnutzen könnte.

Externe Verstärkung

Wer für seinen 4K-Fernseher mehr Leistung will, kann – kein Witz – einen externen Grafikverstärker anschliessen. Die Idee ist schon älter, wird aber mit flotteren Übertragungstechniken und neuen Schnittstellen wieder aktuell. Allerdings setzt Alienware nicht auf eine Verbindung wie Thunderbolt 3.0, sondern wegen der Kompatibilität zu älteren Dell-Systemen auf einen proprietären Stecker.
Ein spezieller Verbindungsstecker koppelt die externe Erweiterungseinheit mit dem Mini-PC Ein spezieller Verbindungsstecker koppelt die externe Erweiterungseinheit mit dem Mini-PC Zoom© sgr / PCtipp
Mit Abmessungen von 41 x 18,6 x 17,4 cm ist die Grafikbox nicht gerade klein. Im Innern kommt ein OEM-Netzteil mit 460 Watt zum Einsatz, das die Single-PCI-Express-Bahn (3.0 x16) speist. Einen stolzen Aufpreis muss man aber für dieses sperrige Zubehör einkalkulieren: Die Box kostet im Dell-Shop rund 280 Franken. Eine Desktop-Grafikkarte muss man sich selber bestellen. Macht man nun die Milchbüechlirechnung mit einer ordentlichen High-End-Grafikkarte, kosten das Minisystem und der Amplifier im Komplett-Paket gegen 1800 Franken. Rein preislich vertretbar ist das, würde man doch ungefähr diesen Preis auch für einen ordentlichen Gaming-PC bezahlen. Da die Zusatzeinheit, die dann einfach irgendwo auf dem Boden neben dem TV-Möbel liegt, recht Platz in Anspruch nimmt, drängt sich bereits die Frage auf, ob man für 4K Gaming nicht geradesogut auf einen platzsparenden Komplett-Micro-Tower-PC als All-in-One-Lösung setzen könnte. Hierzu gibt es ein paar berechtigte Einwände, wie wir noch sehen werden.
Im Innern bietet der Amplifier ein 460-Watt-Netzteil und die Einbaumöglichkeit für eine grosse Desktop-PCI-Express-Grafikkarte Im Innern bietet der Amplifier ein 460-Watt-Netzteil und die Einbaumöglichkeit für eine grosse Desktop-PCI-Express-Grafikkarte Zoom

Ausstattung

Auf der Rückseite hat das Alpha R2 nebst eines optischen Digital-Audio-Ausgangs und des speziellen Anschlusses für die Grafikbox auch Gigabit-LAN sowie HDMI als Ein- und Ausgang zu bieten. Letzteres, um beispielsweise einen Blu-ray Player durchzuschleifen. Je zwei front- und rückseitige USB-3.0-Ports sind vorhanden, um Dinge wie ein Gamepad oder Bluetooth-Dongles für weitere Peripherie anzuschliessen. Unter einer Klappe des Konsolen-PCs verbirgt sich noch ein weiterer USB-2.0-Anschluss.
Das Alienware Alpha verfügt auch über einen HDMI-Eingang und einen Toslink-Anschluss Das Alienware Alpha verfügt auch über einen HDMI-Eingang und einen Toslink-Anschluss Zoom© sgr / PCtipp
Die verbaute GTX 960 ist noch HDMI-2.0-fähig und kann bei älteren Spielen mit dem beiliegenden High-Bandwidth-HDMI-Kabel Frameraten von über 30 Bildern pro Sekunde in 4K-Auflösung ausgeben. Die Riesen-Verstärkungseinheit bringt übrigens vier weitere USB-3.0-Ports mit. Die Leistung und die Ports des Mini-PCs würden ohnehin nur knapp für ein VR-System wie Oculus Rift oder HTC Vive reichen.

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Nintendo NES Classic Mini im Test

Sie sieht aus wie damals, nur viel kleiner. Ab heute ist Nintendos Mini-NES-Konsole erhältlich. Willkommen zurück in den Achtzigern!

Nach 33 Jahren bringt Nintendo sein Nintendo Entertainment System von 1983 in einer verkleinerten Version neu heraus. In einer ganz versteckten Ecke an der Gamescom in Köln zeigte Nintendo den «NES Classic Mini» bereits. Als wäre es ein Trostpflaster für all diejenigen Fachbesucher gewesen, die keinen Exklusivzutritt zum Probespielen des neuen Zelda-Spiels gewinnen konnten. Allerdings fanden wir wegen der grossen Schlange kaum die Gelegenheit, einmal damit zu spielen. Die Mini-Ausführung der nostalgischen Konsole war übrigens schon nach wenigen Tagen nach Nintendos Ankündigung komplett ausverkauft. Kein Wunder: Die Idee von Nintendo, eine kleine Plug&Play-Variante der beliebten 8-Bit-Konsole herauszubringen, die man einfach am Fernseher anschliessen kann, ist genial. Man braucht auch nicht viel, um den alten 2-MHz-Prozessor des NES zu emulieren. Wie Reddit-User bereits herausgefunden haben, werkelt im Innern nichts anders als ein kleines ARM-SoC (System-on-a-Chip) samt Vierkernprozessor, 256 MB RAM und 512 MB Flash-Speicher – etwa so fühlt er sich auch an: wie eine leichte Zigarrenschachtel ohne Inhalt!

Im Innern des NES Classic Mini ist nur ein kleines SoC in der Grösse eines Raspberry Pis verbaut Im Innern des NES Classic Mini ist nur ein kleines SoC in der Grösse eines Raspberry Pis verbaut Zoom© sgr / PCtipp Rückseitig gibt es lediglich einen HDMI- und einen Micro-USB-Anschluss Rückseitig gibt es lediglich einen HDMI- und einen Micro-USB-Anschluss Zoom© sgr / PCtipp

Detailgetreue Nachbildung

Beim Design hat sich Nintendo haargenau an den Vorgänger gehalten. Bloss Cartridges kann man hier keine mehr einschieben. Braucht man auch nicht: Der japanische Spielkonzern hat 30 Klassiker vorinstalliert, zu denen Nintendo wohl noch die Lizenz besitzt oder aushandeln konnte. Wo der «Jöö»-Effekt bei alten Retro-Hasen schon fast esoterische Züge annimmt: Der miniaturisierte NES ist nur halb so hoch und nimmt nur einen Viertel der Grundfläche ein. Sogar die Reset- und die Power-Taste sind authentisch, wobei sich das Reset-Knöpfchen nicht ganz runterdrücken lässt. An den Front-Ports schliesst man das Gamepad an, das Nintendo ebenfalls bis aufs letzte Detail ganz genau so nachgebaut hat.

Zuerst die gute Nachricht aus dem Land der aufgehenden Sonne: Der Controller fühlt sich wirklich genauso an wie das Ur-Gamepad, das beim NES dabei war. Nachahmen können das zwar mittlerweile auch andere Drittanbieter wie 8Bitdo, aber man merkt es einfach: Das ist die Original-Hardware mit derselben Button-Haptik und demselben Gewicht! So und nicht anders war es auch in den Achtzigern.

Zurück in die Achtzigerjahre mit dem NES Classic Mini Zurück in die Achtzigerjahre mit dem NES Classic Mini Zoom© sgr / PCtipp

Kabelknappheit

Was schnell kaufende Retro-Spielernaturen nicht gleich verkraften werden: Das Joypad-Kabel ist leider nur 90 cm lang – und: Nintendo hat leider seine eigenen, proprietären Anschlüsse der Wii bzw. der Wii U am Gamepad und an der Mini-Konsole angebracht! Wer Glück hat, kann hier, falls vorhanden, auf ein Verlängerungskabel zurückgreifen. Die Kabellänge des «Wii Classic Controller», der eher an die SNES-Steuerung erinnert, bringt hier auch keine Vorteile. Bei diesem ist das Kabel nur ca. 5 Zentimeter länger. Abhilfe schaffen sollen bald weitere Zubehöranbieter wie Hyperkin mit Adaptern – aber hätte das wirklich sein müssen? Warum hat Nintendo nicht einfach einen Bluetooth-Chip integriert? Warum hat man nicht einen modularen Anschlussstecker entwickelt und ein stinknormales USB-Kabel mitgeliefert? Der Gamer war schon damals schlauer bei der preislichen Peripheriewahl von Drittanbietern. Das Absatzgeschäft rund um Zubehör-Hardware scheint Nintendo jedenfalls schon in den Achtzigern gewittert zu haben.

Das Kabel des NES Classic Mini ist leider bei einer Länge von 90 cm viel zu knapp Das Kabel des NES Classic Mini ist leider bei einer Länge von 90 cm viel zu knapp Zoom© sgr / PCtipp

Weiter im Lieferumfang enthalten ist ein Micro-USB- und ein HDMI-Kabel. Hier gefällt uns aber die Installation: Man schliesst das kleine Retro-System im Mini-Gehäuse nur an einem freien USB-Port des TVs an und verbindet es per HDMI-Kabel mit dem Fernseher – und schon kanns losgehen. Bei nicht vorhandenen USB-Anschlüssen kann man irgendein USB-Smartphone-Netzteil verwenden. Nintendo liefert leider keines mit. Im Lieferumfang enthalten ist übrigens nur ein NES-Controller. Nachbestellen tut aber nicht so weh: ein weiteres Gamepad kostet nur ca. 14 Franken. Einen kleinen Bonus gibt es trotzdem noch zum Eingabegerät: Dieses kann man auch an der Wii bzw. Wii U verwenden.

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Gears of War 4 brilliert auf PC und Xbox One

Morgen erscheint der vierte Ableger der Third-Person-Shooter-Reihe von Microsoft Studios. Technisch beeindruckte uns der Nachfolger von Gears of War beim ersten Anspielen.

Neue Fieslinge und typische Gears-Gefechte. Gleich vorweg: Viele Spielelemente der Vorgängerserie wurden bei Gears of War 4 übernommen. In gewohnter Manier ballert man aus der Deckung heraus gegen Horden herannahender Viecher, und das alles ein bisschen schneller. Dabei handelt es sich um einen der ersten «Xbox Play Anywhere»-Titel, der sowohl für Xbox One als auch für Windows 10 erhältlich ist. Wer beide Systeme hat, kann Spielstände nun synchronisieren und jeweils vom letzten Speicherpunkt auf dem PC bzw. der Xbox weiterzocken. Auf der Xbox One S kommt man mit einem High-End-4K-Fernseher mit guter Ausleuchtung jetzt in den Genuss von High Dynamic Range (HDR), was nebst höherer Farbkontraste auch erweiterte Farbräume auf den TV zaubert. Auf einem 5000 Franken teuren 4K-TV wie Sonys neustem Bravia-ZD9-Fernseher sieht das wirklich atemberaubend aus. So als gäbe es nichts Schöneres, als feurige Explosivgeschosse in die böse Mutantenhorde zu werfen und dabei den malerischen Sonnenuntergang mit fast schon blendenden Rot-Gelb-Kontrasten zu geniessen.

Böse Spinnenviecher und sonstige Mutanten warten auf Gegenwehr Böse Spinnenviecher und sonstige Mutanten warten auf Gegenwehr Zoom© Screenshot / PCtipp

Noch kein HDR für PCs

Leider verzichtete man darauf, den Titel auch als PC-Version für HDR zu optimieren. Jemand vom Entwicklerstudio hat im Forum wccftech.com bestätigt, dass HDR vorläufig für PCs nicht geplant sei. Grund dafür sei die Tatsache, dass bis jetzt erst wenige PC-Monitore HDR unterstützen. Dies auch, weil im Grafikkartenbereich die Implementation dazu erst im Gange sei. In Zukunft könne sich das noch ändern, wenn die Nachfrage nach HDR steige. Oder anders gesagt: Es ist denkbar, dass später noch ein Update für fähige PC-Hardware nachgereicht wird. Dafür wiederum ist die PC-Version wirklich sehr gelungen.

Gears of War 4 ist eines der ersten Xbox-Spiele, das auf der neuen Xbox One S den HDR-Kontrast unterstützt Gears of War 4 ist eines der ersten Xbox-Spiele, das auf der neuen Xbox One S den HDR-Kontrast unterstützt Zoom© sgr / PCtipp

Gelungene PC-Umsetzung

Was uns besonders freudig stimmt, sind die zahlreichen Grafikeinstellungen, nachdem man das ca. 74 GB grosse Spiel unter Windows 10 installiert hat. Wichtig: Man sollte vorher die Grafiktreiber auf den neusten Stand bringen und zuvor das Anniversary Update eingespielt haben. In unserem Test spielte sich der PC-Ableger auf einem schnellen System mit Core-i7-5960X und einer Nvidia GeForce GTX 980 Ti selbst mit höchsten Details noch annähernd flüssig, wobei mit der 980 Ti nicht immer ganz 60 Bilder pro Sekunde erreicht wurden. Im Multiplayer-Modus kann die Framerate schnell mal unter die 50 Frames sinken. Es sei denn, man hat schon eine der brandneuen GTX-10er-Grafikkarten von Nvidia im Rechner. Darauf angewiesen werden gewiss all jene Genusszocker sein, die schon einen grossen UltraWide-5K-Monitor vor sich haben.

Ein Benchmark im PC-Spiel gibt Aufschluss über die bestmögliche Performance Ein Benchmark im PC-Spiel gibt Aufschluss über die bestmögliche Performance Zoom© Screenshot / PCtipp

Geschmeidige Performance

Die Systemspezifikationen werden beim ersten Spielstart gut erkannt. Die zahlreichen Justierungsoptionen wie Bewegungsunschärfe und Tiefenunschärfe kann man ignorieren. Bei unserer Grafikkarte war alles auf «Ultra», was uns bestätigt, dass man mit der optimierten Unreal-Engine noch einiges an Ressourcen herauskitzeln konnte. Wer trotzdem weitere Effekte austesten möchte: Ein Echtzeitleistungstest ist im Spiel integriert, den man jederzeit mit den neuen Einstellungen laufen lassen kann. Im Spiel wirken die Texturen sehr scharf und es treten kaum Verzerrungseffekte auf. Wir haben bis jetzt erst einige Abschnitte der Single-Player-Kampagne gespielt. Das volle Spiel beinhaltet nebst eines Kooperations- auch einen Deathmatch-Modus sowie ein neues «Horde»-Multiplayer-Spiel, bei dem man einfach wie wild auf eine einstürmende Gegnermenge losballert.

5K für UltraWide-Monitore wird in der PC-Fassung ebenfalls unterstützt 5K für UltraWide-Monitore wird in der PC-Fassung ebenfalls unterstützt Zoom© Screenshot / PCtipp

Fazit

Entgegen der Schreckensmeldungen zu den schlechten PC-Umsetzungen von Mafia 3 und No Man’s Sky beweisen die «Gears of War 4»-Macher, dass es doch noch möglich ist, gleich für zwei Plattformen technisch einwandfreie Versionen eines Spiels zu veröffentlichen. Hut ab, Microsoft.

Gears of War 4 erscheint am 11. Oktober 2016 für Windows 10 und Xbox One.

 

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Test: Logitech G810

Gaming-Peripherie hat sich ganz schön verändert. Von den gigantischen Klapperkisten mit Membrantasten, überrissenem Design und Makrotasten an jeder erdenklichen Kante haben mittlerweile viele Hersteller auf eine andere Bauweise umgestellt. Anvisiert werden nicht mehr leicht zu beeindruckende Teenies, die Raumschiffdesign und Extratasten in billiger Qualität kaufen, sondern virtuelle Athleten, respektive deren Fans – und damit andere Bedürfnisse. Platz ist rar an LAN-Partys und vor einer doppelten Reihe an Makrotasten brauchen Gamer erst einmal qualitativ solide Switches.

Mit neuen Switches und minimalistischem Design will Logitech überzeugen Mit neuen Switches und minimalistischem Design will Logitech überzeugen Zoom© Logitech

Die G810 von Logitech ist der Inbegriff der eSports-Tastatur. Stabil gebaut, platzsparend und mit neu entwickelten Switches von Logitech selbst. Einen Rahmen um die Tasten gibt es kaum, lediglich auf der Oberseite ist ein wenig Platz für einige Status-LEDs, essenzielle Medientasten und das Logitech-G-Logo. Mattschwarz mit glänzenden Details und kantig ist der aktuelle Trend, der auch von Logitech mitgeprägt und konsequent durchgezogen wird. Ein Opfer des Minimalismus, den wir dann doch bedauern, ist die Handauflage. Eine solche gibt es bei der G810 nicht einmal optional. Bei einer hohen Tastatur wie der G810 durchaus schade. Eine abnehmbare Variante oder sogar ein optionales Accessoire wären schön gewesen.

Neben der Haupttastatur im Vollformat mit Nummernblock gibt es fünf Medientasten, ein Lautstärkerad, einen Ein/Aus-Schalter für die Beleuchtung und einen Knopf für den Gaming-Modus. Die letzten beiden Funktionen lassen sich in der Gaming-Software von Logitech genauer einstellen. So kann beispielsweise jeder Knopf der Tastatur einzeln in der gewünschten Farbe beleuchtet werden. Der Gaming-Modus dient hauptsächlich dazu, unerwünschte Tastendrücker zu verhindern. Beispielsweise können Tasten wie die Windows-Taste oder F-Tasten deaktiviert werden.

Die Tasten der G810 sind individuell beleuchtbar Die Tasten der G810 sind individuell beleuchtbar Zoom© Logitech

Romer nennt Logitech seine neu entwickelten Switches, die Marktdominator Cherry ordentlich Dampf machen sollen. Die Switches sollen hauptsächlich schneller und dabei nicht allzu laut werden. Beides ist Logitech gelungen. Vom Druckgefühl her kann man die Romer-Switches irgendwo zwischen Cherry Browns und Blacks einordnen. Das für Blue-Switches typische Klicken fehlt, was die Tastatur zwar deutlich leiser macht, aber einen auch ein bisschen an taktilem Feedback vermissen lässt. Vielmehr dringt das dumpfe Klackern von Browns aus der Tastatur, die sich jedoch ein wenig druckresistenter anfühlt als die sehr weichen Browns, wenn auch noch nicht so starr wie bei Blacks.

Für Gaming sind die Tasten ausgezeichnet geeignet. Die Anschlagdistanz ist fast so kurz wie bei einer Membrantastatur, bietet aber das Gefühl von mechanischen Tasten. Für Schreibarbeiten sind die Romer-G gut, aber nicht ideal. Feinere Switches wie Cherry Browns, Blues oder Reds sind für stundenlanges Getippe angenehmer. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die verhältnismässig kantigen Tasten, die nicht jedermanns Geschmack sein dürften. Schade auch, dass die Tasten nicht ohne Weiteres entfernt oder ausgewechselt werden können, was die Reinigung und Wartung erschwert.

Fazit

Die Logitech G810 ist ein Präzisionsinstrument für Gamer mit hohen Ansprüchen. Nicht mehr, nicht weniger. Im Namen der Präzision leiden ein paar andere Unterkategorien wie Ergonomie oder anpassbare Tasten. Für Schreiberlinge und Bürolisten ist die G810 wohl etwas zu rau und der Preis den effektiven Nutzen nicht wirklich wert. Zum Gamen alleine gibt es jedoch kaum etwas Besseres.

 

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Test: Asus ROG Swift PG348Q

34 Zoll, gebogen, mit eigener Lightshow. Der neue Gaming-Monitor von Asus hat es in sich.

Dass Asus gern einmal etwas übertreibt, hat der Hersteller mit seinem wassergekühlten Monster-Laptop bereits bewiesen. Passend dazu kommt jetzt der PG348Q aus der Gaming-Serie ROG. Der Monitor sieht nicht nur aus wie eine Raumschiffkonsole, sondern bringt auch gleich seine eigene Lightshow mit. Von der Unterseite des imposanten Standfusses strahlt in gleissendem Rot ein LED-Licht heraus, das dank passender Abdeckung das ROG-Logo auf den Tisch unter dem Monitor projiziert.

Optisch beeindruckend ist der PG348Q auf jeden Fall Optisch beeindruckend ist der PG348Q auf jeden Fall Zoom© Asus

Neben der Beleuchtung fällt beim PG348Q vor allem die Rückseite optisch auf. Auch dank einer abnehmbaren Abdeckung, mit der die Kabelanschlüsse elegant versteckt werden können. So wirkt der Monitor mehr aus einem Guss. Wer häufiger Kabel wechseln muss oder will, kann die Platte auch einfach weglassen. Auf der Vorderseite dient die dicke Leiste am unteren Rand als Hauptaugenmerk. Sie ist in mattem Silber gehalten und steht leicht vom Rest des Monitors ab. Etwas merkwürdig: Am unteren Bildrand ist der Abstand zwischen Display und Rand deutlich grösser als auf den anderen Seiten. Das führt dazu, dass man den oberen und seitlichen Rand teilweise als etwas grösser wahrnimmt, als dass er wirklich ist.

Das Display selbst spielt auf einem hohen Niveau mit der Konkurrenz mit. Sowohl bei der Auflösung (3440 x 1440) als auch bei der Bildwiederholrate (100 Hz) liegt der PG348Q an der Spitze des Feldes. Für Hardcore-FPS-Gamer könnte das zum Problem werden. Gerade für kompetitive Games können 100 Hz für anspruchsvolle Nutzer zu wenig sein. 120, respektive 144 Hz sind jedoch bei Monitoren dieser Grössenklasse noch nicht wirklich angekommen. Die Grösse und die gebogene Bauform helfen ebenfalls nicht wirklich, um zum nächsten E-Sports-Standard gekürt zu werden.

Das massive Dreibein steht stabil Das massive Dreibein steht stabil Zoom© Asus

Viel mehr findet der PG348Q seine Klientel bei Heim-Gamern, die ein möglichst intensives Erlebnis möchten. Dafür eignet sich der Monitor auch in Sachen Bildqualität. Mit einer Farbabdeckung von 93% sRGB und 71% Adobe RGB spielt das Asus-Display gut mit der IPS-Konkurrenz mit. Für einen Gaming-Monitor nicht unbedingt selbstverständlich. Für grafisch Tätige dürfte der Monitor jedoch eher keine Option sein. Das hauptsächlich wegen des gebogenen Designs, das ungewollte Verzerrungen mit sich bringt. Zudem gibt es in diesem Segment Monitore, die besser auf die Bedürfnisse von Grafikern und Fotografen abgestimmt sind, zu einem vergleichbaren Preis.

Interessanterweise macht sich der Monitor auch in einer zweiten Kategorie sehr gut: im Büro. Zumindest, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Das 21:9-Format eignet sich wie kaum ein anderes für Büroarbeiten. Besonders dann, wenn zwei oder mehr Monitore nötig sind. In meinem Fall lässt sich Word bequem neben einem Browser platzieren, während Outlook den zweiten Monitor einnimmt. Der fehlende Abstand zwischen Word und Browser macht die Arbeit deutlich angenehmer. Ob zu diesem Zweck dann wirklich die exzentrische Gaming-Variante nötig ist oder ob es auch ein «gewöhnlicher» Monitor im gleichen Format tut, hängt von Präferenz und Budget ab.

Auf der Rückseite fällt besonders die abnehmbare Verschalung auf Auf der Rückseite fällt besonders die abnehmbare Verschalung auf Zoom© Asus

Fazit

Ein ausgesprochen solider Monitor für Heim-Gamer und Medienkonsumenten mit dem nötigen Kleingeld. Die grösste Schwäche des PG348Q ist seine kleine Nische von potenziellen Interessenten. Für Grafiker stört die Kurve, Profi-Gamern sind 100 Hz zu wenig und vielen anderen dürfte der Preis von rund 1330 Franken etwas zu hoch sein. Ist Geld kein Problem und Immersion wichtig, führt wenig an einem Monitor dieser Klasse vorbei. Der Vergleich mit dem direkten Konkurrenten Acer Predator X34 ist übrigens müssig. Beide Monitore sind technisch extrem ähnlich. Der Geschmack entscheidet.

 

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