Test: Acer Predator G1-710

Kompaktheit ist nicht unbedingt ein Wort, das man mit Gaming-PCs in Verbindung bringt. Dafür sind die meisten Komponenten einer richtigen Gamerkiste schlicht zu gross. Krafthungrige PSUs, GPUs jenseits der 30-cm-Marke und kolossale CPU-Lüfter sind in dieser Kategorie an der Tagesordnung. Nicht so beim neuen Acer Predator G1-710. Dieser Gaming-PC ist klein genug, dass man sogar an eine LAN-Party mitnehmen könnte. Doch wie genau funktioniert das?
Der Predator G1-710 kann wahlweise auch im LAN-tauglichen Koffer erstanden werden Der Predator G1-710 kann wahlweise auch im LAN-tauglichen Koffer erstanden werden Zoom© Acer
Kurz gesagt: Der G1-710 ist kompakt gebaut. Sowohl von aussen, als auch von innen. Unter anderem wurde die PSU (Power Supply Unit) nicht im Gehäuse verbaut. Stattdessen benötigt der Predator G1-710 zwei(!) externe PSUs, und somit auch zwei Plätze an der Steckdose. Nicht gerade elegant und noch weniger praktisch.

Die verbauten Komponenten im Inneren liegen dicht beieinander und wurden praktisch passgenau eingebaut. Der Vorteil: ein kleines und kompaktes Gehäuse. Der Nachteil: wenig Optionen für Upgrades. Wer also in ein paar Jahren noch eine zweite SSD braucht oder eine grössere Grafikkarte einbauen möchte, muss ganz genau abmessen, was drin liegt.

Man muss also grösstenteils mit dem leben, was schon drin ist. Glücklicherweise hat Acer ausgezeichnete Hardware verbaut. Als Taktgeber dient der Intel Core i7-6700, der schon beinahe Legendenstatus erreicht hat. Es handelt sich dabei um die reguläre Version des Prozessors mit 3,4 GHz, nicht um die von Haus übertaktete Variante. Dazu kommen 16 GB DDR-4-RAM und eine Nvidia GeForce GTX 1080 Grafikkarte. In Sachen Leistung kann man sich nicht beklagen.

Im Praxistest schafft der Predator G1-710 aktuelle Games ohne Probleme. Titel wie Battlefield 1 laufen in 1080p und maximalen Settings locker über 60 FPS. Die beliebten Esports-Games Counter-Strike: Global Offensive, Overwatch und Heroes of the Storm laufen ebenfalls mit Bildwiederholungsraten im dreistelligen Bereich. Das gilt auch für 2K, mit einigen strategischen Einstellungen, beispielsweise beim Anti-Aliasing. Für 4K in extrem hohen FPS-Bereichen bräuchte es wohl eine zweite GTX 1080 und ordentliche SLI-Unterstützung. 60 FPS schafft man aber auch in UHD.
Kompaktes Format? Check. Beleuchtung? Check. Solide Hardware? Check. Kompaktes Format? Check. Beleuchtung? Check. Solide Hardware? Check. Zoom© Acer
Als Nutzspeicher dient eine 256-GB-SSD für das Betriebssystem und wichtige Software, sowie eine 1-TB-Festplatte für Daten und Weiteres. Für Gamer, welche lange Ladezeiten scheuen ist die SSD etwas knapp bemessen. Nach dem Betriebssystem bleiben keine 200 GB mehr für Software, was in heutigen Zeiten doch etwas knapp ist. Wer ein paar Sekunden länger warten kann, findet aber auf der HDD genügend Platz. Für Nostalgiker ist sogar ein optisches Laufwerk verbaut.

Im Lieferumfang enthalten sind auch eine Maus und eine Tastatur. Bei der Tastatur handelt es sich um eine mechanische Gaming-Tastatur, die gar nicht mal so schlecht ist. Unter den relativ flach gehaltenen Tastenköpfen findet man qualitativ hochwertige Blue-Switches von Kailh. Diese sind vom Handling her vergleichbar mit den Cherry MX Blue, mit etwas mehr Widerstand (60 g statt 50 g). Passend zum Tower ist auch die Tastatur sehr kompakt gehalten. Sämtliche Tasten sind in voller Grösse präsent, allerdings gibt es rund um die Tasten keinen Rahmen oder irgendwelche Spielereien.
Die mitgelieferte Tastatur schlägt sich ordentlich Die mitgelieferte Tastatur schlägt sich ordentlich Zoom© Acer
Ebenfalls mitgeliefert wird eine Maus. Diese verfügt über ein Standardarsenal von zwei Haupttasten, einem Scrollrad, zwei Seitentasten und einem DPI-Schalter. Leider ist auf dem PC keine Maus-Software installiert, mit der man die effektive DPI der Maus einsehen oder verändern könnte. Für kompetitive FPS-Spieler wäre das hingegen essentiell. Qualitativ ist die Maus nichts Besondere, aber auch bei weitem nicht schlecht. Für den durchschnittlichen Gamer reicht es alleweil.

Neben den zwei USB-Anschlüssen, die für Maus und Tastatur draufgehen, bietet der Acer Predator G1-710 einige weitere Schnittstellen. Auf der Vorderseite des PCs sind ein SD-Kartenleser, zwei 3,5-mm-Klinkenstecker für Kopfhörer und Mikrofon, sowie 2 USB-Anschlüsse verbaut. Einer der USB-Anschlüsse ist Type-A, der andere Type-C.

Auf der Rückseite findet man weitere vier USB-Anschlüsse (alle Type-A und USB 3.0), sowie Audio-Anschlüsse für ein 7.1-System, ein RJ-45 fürs LAN-Kabel und die zwei Stromanschlüsse für die massiven PSU-Adapter. Videoanschlüsse gibt es zweimal HDMI, zweimal DisplayPort und einmal DVI.

Vorinstalliert auf dem Predator G1-710 ist Windows 10. Glücklicherweise mit verhältnismässig wenig Bloatware. Die Hauptmenge davon ist Acer-Software mit verschiedenen Funktionen. Dazu kommen CyberLink PowerDVD 12 und Freedome VPN in Testversionen, sowie das kostenlose Spiel World of Warships. Ebenfalls vorinstalliert ist die Gaming-Software Steam. Diese auf einem Gaming-PC jedoch Bloatware zu nennen, wäre wohl falsch.

Fazit

Der Acer Predator G1-710 ist ein grundsolider Gaming-PC mit moderner Hardware, verpackt in einem erstaunlich kompakten Gehäuse. Die externe Doppel-Stromversorgung ist hingegen nicht gerade praktisch. Für den Preis erhält man alles, was man aktuell als Gamer an Hardware braucht, sogar ordentliche Eingabegeräte. Für Upgrades dürfte aber im kompakten Gehäuse wenig Platz sein. Insgesamt ist der Predator G1-710 jedoch ein sehr gelungener Gaming-PC.

  • Acer Predator G1-710

    Positiv:
    Solide Hardware, kompakt
    Negativ:
    Riesige externe Stromversorgung, Platzmangel im Gehäuse
    Details:
    Intel Core i7-6700, 3,4 GHz, 16 GB RAM, Nvidia GeForce GTX 1080, 256 GB SSD, 1 TB HDD, inkl. Maus & Tastatur, externe PSU
    Strassenpreis:
    Fr. 2489.-
    Info:
    acer.ch

    PCtipp-Bewertung:

    4 Sterne

    Leserwertung

 

Geliefert von PCTipp

Steam Machine: Alienware Alpha im Test

Es gibt verschiedene Ansätze, PC-Gaming auf Konsolen-Niveau in der Stube zu realisieren. Die einfachste Variante für Anspruchsvolle: Man baut sich je nach Spielanforderung und Grafikleistung einen leisen Mini-PC. Damit man sich bequem im Sofa zurücklehnen kann und sich nicht mit lästigen Dingen wie Tastatur und Maus abmühen muss, ist aber ein Griff in die Trickkiste angebracht. Dazu nötig sind meist ein paar Zusatz-Tools für häufige Tastenkombinationen wie Fenster schliessen, Steam starten usw. Wer dafür keine Zeit, geschweige den Pläne hegt, selber ein leises System zu bauen, kann sich, vorkonfiguriert, auch eine pfannenfertige Lösung kaufen: zum Beispiel das Alienware Alpha R2.
Das Alienware Alpha R2 ist ein PC-System im Konsolenformat Das Alienware Alpha R2 ist ein PC-System im Konsolenformat Zoom© sgr / PCtipp

Ein Blick ins Innere

Der Gaming-PC der Dell-Tochter im Konsolenformat bietet da mit seinem Formfaktor von weniger als zwei Litern sogar einen Vorteil: Der rund 800 Franken günstige Mini-PC, den es in verschiedenen Konfigurationen gibt, ist mit Abmessungen von nur 20 x 20 x 5,5 cm wesentlich kleiner als gängige Konsolen wie die PlayStation 4 oder Xbox One S. Dafür fehlt dem kleinen Rechenknecht ein Blu-ray-Laufwerk. Der Strombezug erfolgt extern über ein 180-Watt-Netzteil. Ausgeliefert wurde unsere Konfiguration mit einer 500-GB-Festplatte im 2,5-Zoll-Faktor (SATA 6 Gbit/s), die sich auch gegen ein SSD-Laufwerk tauschen liesse. Beim Prozessor hat man sich eines Vierkern-i5-Skylake-Chips bedient (Intel Core i5-6400T, 6. Generation). Der Käufer hat aber auch die Wahl zwischen Core-i3- und i5-Bestückungen. Damit nicht zu viel Hitzestau entsteht, hat der Hersteller einen Kompromiss bei der Grafikkarte gesucht. Alienware verbaut eine mittlere High-End-Grafikkarte des Nividia GeForce GTX 960, mit der immerhin einige ältere Games wie «Skyrim» oder «Alice: Madness Returns» mit ausreichender 4K-Bildwiederholrate über die Bühne gehen.
Je zwei grosse Lüfter pusten die Wärme von Grafikkarte und CPU nach hinten Je zwei grosse Lüfter pusten die Wärme von Grafikkarte und CPU nach hinten Zoom© sgr / PCtipp
Die integrierte GTX 960 genügt aber hauptsächlich für anspruchsvolles Spielen in Full-HD-Auflösung. Beim RAM hat man in dem Mini-System leider nur einen Slot in der «SO-DIMM»-Ausführung zur Verfügung, der mit einem 8-GB-DDR4-Riegel belegt war. (SO-DIMM-Sockel kommen in der Regel bei Notebooks und kleinen Media Centers zum Einsatz.) Daneben finden wir weiter einen leeren PCI-Express-3.0-basierten M.2-Slot, den man für ein zusätzliches SSD-Flash-Modul als Primär- oder Sekundärlaufwerk ausnutzen könnte.

Externe Verstärkung

Wer für seinen 4K-Fernseher mehr Leistung will, kann – kein Witz – einen externen Grafikverstärker anschliessen. Die Idee ist schon älter, wird aber mit flotteren Übertragungstechniken und neuen Schnittstellen wieder aktuell. Allerdings setzt Alienware nicht auf eine Verbindung wie Thunderbolt 3.0, sondern wegen der Kompatibilität zu älteren Dell-Systemen auf einen proprietären Stecker.
Ein spezieller Verbindungsstecker koppelt die externe Erweiterungseinheit mit dem Mini-PC Ein spezieller Verbindungsstecker koppelt die externe Erweiterungseinheit mit dem Mini-PC Zoom© sgr / PCtipp
Mit Abmessungen von 41 x 18,6 x 17,4 cm ist die Grafikbox nicht gerade klein. Im Innern kommt ein OEM-Netzteil mit 460 Watt zum Einsatz, das die Single-PCI-Express-Bahn (3.0 x16) speist. Einen stolzen Aufpreis muss man aber für dieses sperrige Zubehör einkalkulieren: Die Box kostet im Dell-Shop rund 280 Franken. Eine Desktop-Grafikkarte muss man sich selber bestellen. Macht man nun die Milchbüechlirechnung mit einer ordentlichen High-End-Grafikkarte, kosten das Minisystem und der Amplifier im Komplett-Paket gegen 1800 Franken. Rein preislich vertretbar ist das, würde man doch ungefähr diesen Preis auch für einen ordentlichen Gaming-PC bezahlen. Da die Zusatzeinheit, die dann einfach irgendwo auf dem Boden neben dem TV-Möbel liegt, recht Platz in Anspruch nimmt, drängt sich bereits die Frage auf, ob man für 4K Gaming nicht geradesogut auf einen platzsparenden Komplett-Micro-Tower-PC als All-in-One-Lösung setzen könnte. Hierzu gibt es ein paar berechtigte Einwände, wie wir noch sehen werden.
Im Innern bietet der Amplifier ein 460-Watt-Netzteil und die Einbaumöglichkeit für eine grosse Desktop-PCI-Express-Grafikkarte Im Innern bietet der Amplifier ein 460-Watt-Netzteil und die Einbaumöglichkeit für eine grosse Desktop-PCI-Express-Grafikkarte Zoom

Ausstattung

Auf der Rückseite hat das Alpha R2 nebst eines optischen Digital-Audio-Ausgangs und des speziellen Anschlusses für die Grafikbox auch Gigabit-LAN sowie HDMI als Ein- und Ausgang zu bieten. Letzteres, um beispielsweise einen Blu-ray Player durchzuschleifen. Je zwei front- und rückseitige USB-3.0-Ports sind vorhanden, um Dinge wie ein Gamepad oder Bluetooth-Dongles für weitere Peripherie anzuschliessen. Unter einer Klappe des Konsolen-PCs verbirgt sich noch ein weiterer USB-2.0-Anschluss.
Das Alienware Alpha verfügt auch über einen HDMI-Eingang und einen Toslink-Anschluss Das Alienware Alpha verfügt auch über einen HDMI-Eingang und einen Toslink-Anschluss Zoom© sgr / PCtipp
Die verbaute GTX 960 ist noch HDMI-2.0-fähig und kann bei älteren Spielen mit dem beiliegenden High-Bandwidth-HDMI-Kabel Frameraten von über 30 Bildern pro Sekunde in 4K-Auflösung ausgeben. Die Riesen-Verstärkungseinheit bringt übrigens vier weitere USB-3.0-Ports mit. Die Leistung und die Ports des Mini-PCs würden ohnehin nur knapp für ein VR-System wie Oculus Rift oder HTC Vive reichen.

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